Erstellt am 12. Januar 2015, 10:23

von APA/Red

Hirscher rast viertem Gesamt-Weltcup entgegen. Adelboden ist und bleibt für Marcel Hirscher ein ganz spezieller Boden. Der Salzburger holte auf dem Chuenisbärgli den Sieg im Riesentorlauf und Rang drei im Slalom.

"Hirscherboden" oder "Hirscherbärgli" waren in der Schweiz die am häufigsten bemühten Wortspiele, um seine Vorliebe für Adelboden zu beschreiben. Wie sonst nur Ingemar Stenmark hat Hirscher dort mittlerweile fünf Mal gewonnen."

"Es war ein perfektes Wochenende"

"Mit 160 Punkten kann ich sehr gut leben. Es war ein perfektes Wochenende und ich bin superhappy", meinte Hirscher, der nun im Gesamt-Weltcup stolze 212 Zähler Vorsprung auf den Norweger Kjetil Jansrud aufweist. Von einer Vorentscheidung im Kampf um seine vierte große Kristallkugel in Serie will der 25-Jährige aber nichts wissen.

"Die Vergangenheit lehrt: am Ende ist es immer noch knapp geworden", sagte Hirscher und verwies auf das intensive Restprogramm bis März. Sollte es der Annaberger aber schaffen, wäre er der erste Skifahrer der Geschichte, der vier Mal in Folge Gesamt-Weltcup-Sieger wird.

Vor allem dank bereits fünf Saisonsiegen hat Hirscher aktuell 836 Punkte auf dem Konto, mehr waren es zu diesem Zeitpunkt nur 2013 (855 Punkte) gewesen. Einen derartig großen Vorsprung hatte der ÖSV-Star Mitte Jänner aber überhaupt noch nie. Hirscher führt aktuell nicht nur im Gesamt-, sondern auch im Slalom- und Riesentorlauf-Weltcup.

"Wenn es weich ist, bin ich nicht so der Oberheld"

Was so spielerisch und selbstverständlich aussieht, ist für die ÖSV-Podestbank jedes Mal aufs Neue ein Kraftakt. "Es ist nicht einfach, jedes Mal die Energie und die Kraft herzukriegen, um mich in diesen Rennmodus zu bringen. Die Erfolge machen es aber leichter. Das Ganze ist das Resultat sehr strukturierter und gezielter Arbeit meines ganzen Teams", berichtete Hirscher.

In Adelboden landete Hirscher trotz weicher Pistenverhältnisse, die er eigentlich alles andere als mag, zweimal auf dem Stockerl. "Wenn es weich ist, bin ich nicht so der Oberheld", merkte Hirscher dennoch an. Herren-Cheftrainer Andreas Puelacher meinte aber: "Marcel ist in so einer Form, dass ihn nichts aus der Bahn wirft. Kein Wetter und auch keine Pistenverhältnisse."

Auf spezielle Saisonziele will sich Hirscher im restlichen WM-Winter nicht festlegen. "Ich habe viele Pläne. Wenn einer davon aufgeht, wäre es schon schön. Vielleicht eine WM-Medaille oder eine Kristallkugel. Aber wenn es bei meinem fünf Saisonsiegen bleiben sollte, dann war es auch eine super Saison", erklärte Hirscher gelassen.

Hirscher will fleißig Slalom-Tore "fressen"

Bis zu seinem nächsten Einsatz am Sonntag im Wengen-Slalom, den er noch nie gewonnen hat, will Hirscher fleißig Slalom-Tore "fressen". Wenn möglich, soll sich aber auch eine Super-G-Einheit ausgehen. Nur dann ist laut Hirscher sein Antreten im Super-G in Kitzbühel am 23. Jänner garantiert.

Und vielleicht tut sich ja dann für Hirscher sogar ein Türchen für den WM-Super-G auf. Dann wären für das ÖSV-Aushängeschild in den USA theoretisch sogar fünf WM-Starts möglich.