Erstellt am 10. Mai 2015, 15:55

22 Tote nach Polizeieinsatz gegen Albaner in Mazedonien. Bei einem zweitägigen Polizeieinsatz in der nordmazedonischen Stadt Kumanovo gegen eine Gruppe bewaffneter Albaner sind insgesamt 22 Menschen getötet worden. Dies teilte ein Sprecher des Innenministeriums in Skopje mit. Demnach wurde der Einsatz am Sonntagnachmittag abgeschlossen. Die Gruppe sei "zur Gänze neutralisiert und eliminiert" worden, so der Sprecher.

Während des Einsatzes laut Ministerium acht Polizisten ums Leben gekommen, rund 30 wurden verletzt. Aufseiten der "Terroristen" habe es mindestens 14 Opfer gegeben, erklärte ein Polizeisprecher. Diese hätten das Abzeichen der "Nationalen Befreiungsarmee" (UCK) an ihren Tarnanzügen getragen. Angaben über eventuelle zivile Opfer gab es zunächst nicht.

Rund 30 Angreifer hatten sich der Polizei am Samstag gestellt. Es würde sich um mazedonische Bürger albanischer Abstammung und einen albanischen Staatsbürger handeln, so die Polizei. Im Stadtviertel Kumanovos, wo es zum Polizeieinsatz gekommen war, wurde auch ein großes Waffenarsenal sichergestellt.

Die bewaffnete Gruppe sei "eine der gefährlichsten Terroristengruppen in der Region", erklärte ein Sprecher. Sie werde von fünf Personen angeleitet, darunter Muhamed Krasniqi alias "Kommandant Malisheva" und Mirsad Nadrecaj alias "Kommandant Nato". Drei der Gruppenanführer hätten sich der Polizei am Samstag gestellt. Die Gruppe sei Anfang des Monats nach Mazedonien gekommen. Ihre Angriffe auf staatliche Institutionen seien für Mitte des Monats geplant gewesen.

EU-Nachbarschaftskommissar Johannes Hahn äußerte in einer Aussendung seine Besorgnis wegen der Situation in Mazedonien und forderte führende Politiker auf, eine weitere Eskalation der Gewalt zu verhindern. Er sei wegen der laufenden Situation in Kumanovo und des Verlustes von Menschenleben und Verwundungen sehr besorgt, wurde Hahn von Medien in Skopje zitiert. Ferner appellierte er an führende Politiker, den Frieden herzustellen und eine gründliche, objektive und transparente Ermittlung im Einklang mit dem Gesetz durchzuführen.