Erstellt am 16. April 2015, 15:07

von APA/Red

Iran-Atomgespräche werden in Wien fortgesetzt. Die Atomgespräche der fünf UNO-Vetomächte und Deutschland mit dem Iran werden am 22. und 23. April in Wien fortgesetzt.

Die politischen Direktoren treffen sich dazu nächste Woche in Wien, teilte der Auswärtige Dienst der EU am Donnerstag mit. Ein bilaterales Treffen zwischen der politischen EU-Direktorin Helga Schmid und Irans Vize-Außenminister Abbas Araqchi soll die Gespräche einleiten.

In Lausanne auf Rahmenabkommen geeinigt

Eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini sagte, nach einem bilaterale Treffen von Schmid und Araqchi würden alle politischen Direktoren der fünf UNO-Vetomächte und Deutschlands mit dem Iran zusammenkommen. Parallel dazu würden Experten Arbeiten an technischen Fragen fortsetzen.

Der Iran und die UNO-Vetomächte sowie Deutschland hatten sich kürzlich in Lausanne in einem Rahmenabkommen auf Begrenzungen sowie Überwachungsmechanismen zur Kontrolle des iranischen Atomprogramms geeinigt. Israel ist ein entschiedener Gegner des Abkommens und befürwortet weitere Sanktionen gegen Iran. Bis zum Juni soll ein endgültiges Abkommen ausgehandelt werden.

Irans Präsident Hassan Rohani hofft durch einen endgültigen Deal auf eine internationale Rehabilitierung seines Landes. "Ein weiteres wichtiges Ziel bei den Atomverhandlungen ist es, dem Westen zu beweisen, dass all ihre Unterstellungen substanzlos gewesen sind", sagte Rohani am Donnerstag der Nachrichtenagentur Irna zufolge. Dies wäre ein diplomatischer Erfolg, der auch eine bessere Zusammenarbeit mit dem Westen ermöglichen werde.

Abkommen mit Iran als "beste alle Möglichkeiten"

Der Iran und Saudi-Arabien, ein westlicher Verbündeter, stehen sich im Jemen als Konfliktparteien gegenüber. Im Irak hofft der Westen hingegen auf Unterstützung des Iran bei der Bekämpfung der Terrormiliz IS.

Russlands Präsident Wladimir Putin erklärte indes, die bereits erzielten Fortschritte bei den Atomgesprächen erlaubten den Verkauf neuer Waffensysteme an den Iran. Darum "sehen wir keinen Grund mehr, einseitig an einem Lieferverbot festzuhalten", sagte Putin am Donnerstag im russischen Fernsehen. Putin hatte am Montag das seit fünf Jahren geltende Lieferverbot für das S-300-Raketensystem aufgehoben.

Auch Österreich könnte bald wieder mehr Geschäfte mit dem Iran machen. Bundespräsident Heinz Fischer bezeichnete im am Donnerstag veröffentlichten APA-Interview ein Abkommen mit dem Iran als "beste alle Möglichkeiten". Es sei wahrscheinlich, dass er bis Ende 2015 zu einem Besuch in den Iran reise. Dabei könnte es auch um die Intensivierung wirtschaftlicher Kontakte gehen.