Erstellt am 10. April 2014, 10:33

3.000 Flüchtlinge vor Italiens Küsten gerettet. Italien ist mit einer neuen massiven Flüchtlingswelle konfrontiert. Allein am Mittwoch wurden 3.000 Migranten von der italienischen Marine und der Küstenwache gerettet.

300 Migranten wurden unweit der sizilianischen Küste bei Catania von einem Öltanker aus Singapur in Sicherheit gebracht, berichteten italienische Medien.

Zugleich wurden zwei mutmaßliche Menschenhändler verhaftet. Die beiden Ägypter werden beschuldigt, die Überfahrt von 238 Personen von Nordafrika nach Kalabrien organisiert zu haben.

"Der Strom der Boote reißt nicht ab"

Italiens Innenminister Alfano sprach am Mittwoch von 4.000 Migranten, die innerhalb von 48 Stunden aus den teils seeuntüchtigen Booten gerettet worden seien. "Die Notlage wird immer schlimmer, und der Strom der Boote reißt nicht ab", so Alfano.

Italien wird oft von Einwanderern aus Afrika angesteuert. Seit Jahresbeginn kamen Alfano zufolge 15.000 Menschen über das Mittelmeer in das Land. Er beklagte, dass Menschenschmuggler die Rettungsaktionen auf See ausnutzten. Ihre Fahrten würden kürzer, profitabler und weniger riskant.

Die italienische Marine überwacht den Streifen zwischen Sizilien und Nordafrika ständig. Auslöser war der Untergang zweier Boote im vergangenen Jahr, wobei knapp 600 Menschen ertranken. Ein Grund für die Krise sind Unruhen in Libyen, wo drei Jahre nach dem Sturz von Machthaber Muammar Gaddafi noch immer chaotische Verhältnisse herrschen.