Erstellt am 31. Januar 2016, 13:01

30 Tote bei Anschlag in Syrien. Bei einem Anschlag nahe einem schiitischen Heiligtum in Syrien sind nach Angaben der Staatsmedien mindestens 30 Menschen getötet worden.

 |  NOEN, APA (AFP)

Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Sana explodierten nahe dem schiitischen Schrein von Sayyida Seinab südlich von Damaskus am Sonntag eine Autobombe, gleichzeitig sprengten sich zwei Selbstmordattentäter in die Luft.

Mindestens 40 Menschen wurden demnach verletzt. Die Sayyida-Seinab-Moschee beherbergt das Grab einer Enkelin des Propheten Mohammed und ist eine wichtige Pilgerstätte schiitischer Muslime. Das Heiligtum war bereits im vergangenen Februar Ziel eines Anschlags, als zwei Selbstmordattentäter sich in die Luft sprengten und vier Menschen mit in den Tod rissen.

Im gleichen Monat starben bei einem Anschlag auf einen Pilgerbus auf dem Weg nach Sayyida Seinab neun Menschen getötet. Zu der Tat bekannte sich die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündete Al-Nusra-Front.

Rund 1.600 Menschen flohen indes innerhalb von zwei Tagen aus dem Nordwesten Syriens in die türkische Provinz Hatay. Die Flüchtlinge kämen vor allem aus Gebieten, die von Turkmenen besiedelt seien, teilte die türkische Katastrophenschutzbehörde Afad am Sonntag mit. Sie würden auf Lager in den Provinzen Hatay, Sanliurfa und Gaziantep verteilt.

Hatay grenzt an die syrische Provinz Latakia - das Kernland der schiitischen Alawiten, zu denen auch der syrische Machthaber Bashar al-Assad gehört. In den vergangenen Wochen hatte Russland das syrische Regime immer wieder mit Luftschlägen unterstützt, um Rebellen aus der Region zu vertreiben.

Turkmenen sind Nachfahren türkischer Volksgruppen. Sie leben in Syrien vor allem in den Provinzen Aleppo und Latakia sowie im Großraum Damaskus. Im syrischen Bürgerkrieg kämpfen Turkmenen in verschiedenen Rebellengruppen gegen Assad. Die Türkei sieht sich als Schutzmacht der Minderheit.