Erstellt am 18. April 2014, 14:51

39 Tote während Polizeistreiks in Brasilien. Während des zweitägigen Streiks der Polizei im nordostbrasilianischen Teilstaat Bahia sind laut Behörden 39 Menschen getötet worden.

 Unter den Toten seien zwei Polizisten, wie das Sekretariat für öffentliche Sicherheit der Region am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte.

Die Regierung entsandte Elitepolizisten und 6.000 Armeestreitkräfte, nachdem die städtische Polizei am Dienstag wegen eines Tarifstreits die Arbeit niedergelegt hatte. Zudem kam es zu zahlreichen Plünderungen und Ausschreitungen. Nach Behördenangaben wurden mindestens 50 Verdächtige festgenommen. Die Behörden erklärten den Streik am Donnerstag nach 48 Stunden für beendet.

Die Polizeigewerkschaft selbst beendete den Ausstand, nachdem ein Gericht den Streik für illegal erklärt hatte. Das Gericht hatte mit einer Tagesstrafe von 1,4 Millionen Reais (450.740,50 Euro) gedroht. Der Beschluss zum Ende des Ausstandes wurde anschließend auf einer Streikversammlung getroffen. Der Erzbischof von Salvador de Bahia, Murilo Krieger, hatte sich in die Verhandlungen eingeschaltet. Ein Sprecher der Regierung des Teilstaates sagte zur Zahl der Todesopfer in der Stadt, sie sei "ein gutes Stück höher als normal, aber nicht absurd hoch". Vor zwei Jahren waren während eines zwölftägigen Polizeistreiks in Salvador da Bahia 157 Menschen getötet worden.

Salvador da Bahia etwa 1.000 Kilometer nördlich von Rio de Janeiro ist mit rund 2,5 Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt Brasiliens und hat einen Ruf als eine der gefährlichsten Städte des Landes. Die Mordrate schnellte zwischen 2000 und 2010 um 400 Prozent in die Höhe und lag zuletzt laut Statistik bei 41,1 Morden pro 100.000 Einwohner.

Im Großraum Salvador wurde seit Streikbeginn nach örtlichen Medienangaben zudem ein deutlicher Anstieg der Mordrate registriert. Es gab Störungen im öffentlichen Nahverkehr sowie Unterrichtsausfall in Schulen.

In der Stadt finden sechs Spiele der Fußballweltmeisterschaft statt. Der Zwischenfall weckt neue Sorgen um die Sicherheit bei der Fußball-WM in Brasilien.