Erstellt am 26. Oktober 2015, 11:39

49 Busse für 2.800 wartende Menschen. Rund 2.800 Flüchtlinge haben Montagfrüh in der Sammelstelle Spielfeld auf den Weitertransport in Notunterkünfte gewartet.

 |  NOEN, AFP

Laut Polizei und Bundesheer ist die Nacht "ohne nennenswerte Friktionen" vorübergegangen. Im Laufe des Nationalfeiertags werden wie schon in den vergangenen Tagen Tausende Migranten an der steirisch-slowenischen Grenze erwartet. 49 Busse stehen für die Transporte zur Verfügung.

Gegen 8.00 Uhr haben die Einsatzkräfte in Spielfeld (Bezirk Leibnitz) begonnen, Flüchtlinge in die sieben Bundesheer- und 42 zivilen Busse zu lassen. Die Menschen werden - sofern vorhanden - in freie Quartiere in ganz Österreich gebracht. Drei Sonderzüge der ÖBB sollen rund 1.400 Personen vom Grazer Hauptbahnhof Richtung Nordwesten bringen. Laut Polizei ist ein geordneter Ablauf nur dann zu erwarten, wenn genug freie Unterkünfte weiterhin angefahren werden können.

In Bad Radkersburg (Bezirk Südoststeiermark) wurde am Vormittag mit etwa 1.000 Flüchtlingen gerechnet, die ebenfalls mit Bussen weitergebracht werden sollen. Die beiden Notunterkünfte in Graz und Feldkirchen bei Graz waren laut Rotem Kreuz so gut wie voll. Mit 400 Menschen war der ehemalige Bellaflora in Feldkirchen komplett belegt, im früheren Euro-Shopping-Center in Graz-Webling hielten sich gegen 9.00 Uhr etwa 1.800 Migranten auf. Platz sei für etwa 2.000 Menschen.

Die Transitquartiere in Kärnten waren in der Nacht auf Montag einmal mehr ausgelastet. Wie Polizeisprecher Markus Dexl im Gespräch mit der APA sagte, übernachteten rund 1.200 Personen in Kärnten. Am Montagvormittag war der Weitertransport der Flüchtlinge bereits voll im Gange. Die Polizei erwartet für Montagabend einen weiteren Zug aus Slowenien.

Die rund 600 Flüchtlinge dürften dann wieder auf die beiden Transitquartiere in Villach aufgeteilt werden. In Klagenfurt steht dann die Notunterkunft bereit, um Flüchtlinge aus der Steiermark aufzunehmen.

"Wir müssen Sorgen und Ängste ernst nehmen und verantwortungsvoll handeln", appellierte unterdessen Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) am Nationalfeiertag im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise. In einer Aussendung erneuerte er seine Forderungen u.a. nach einer stärkeren und zudem konsequenten Trennung von Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlingen.

Zudem müssten die "Hotspots" an den Außengrenzen schnellstmöglich funktionsfähig und die EU-Schengen-Außengrenzen besser gesichert sein. Eine EU-Verteilungsquote sei längst überfällig und der Assistenzeinsatz des Bundesheeres müsse aufrecht bleiben, betonte Niessl. Das Burgenland bezeichnete er als "das menschliche Gesicht Österreichs", seien in den vergangenen Wochen doch mehr als 300.000 Flüchtlinge vor allem in Nickelsdorf und auch in Heiligenkreuz medizinisch erstversorgt, verpflegt und "in deren Sinne weiter transportiert worden".

Die Menschen im Land würden sich jedoch vor allem von den gewählten Repräsentanten Antworten auf die Frage "Wie geht es weiter?" erwarten, sagte der Landeshauptmann. Den vielen verunsicherten Bürgern müsse "klar vermittelt werden, wie wir in Zukunft mit dieser prekären Situation umgehen". Diese Frage könne in erster Linie nur auf europäischer Ebene gelöst werden.