Erstellt am 14. April 2015, 16:01

von APA/Red

62-Jährige erschlagen: Motiv offenbar Streit um Wollhauben. Der Auslöser dafür, dass eine 62-jährige Frau Montagnachmittag in Steyr in Oberösterreich mit einem Stein erschlagen wurde, war ein Streit um Wollmützen mit ihrem 34-jährigen Sohn.

Das gab der Tatverdächtige in einer Vernehmung an, wie die Staatsanwaltschaft Steyr auf APA-Anfrage am Dienstag mitteilte.

Täter hat Geständnis abgelegt

Der Beschäftigungslose war nach der Tat selbst zur Staatsanwaltschaft gegangen und hatte dort ein Geständnis abgelegt, dass er seine Mutter mit einem Stein erschlagen habe. "Stimmen haben das angeordnet", sagte er laut dem Sprecher der Staatsanwaltschaft Steyr, Guido Mairunteregg. Der Sohn wurde gleich im Gerichtsgebäude festgenommen. In der Vernehmung danach berichtete er, dass es seit Jahren Auseinandersetzungen mit seiner Mutter gegeben habe: Sie habe ihn seiner Meinung nach bevormundet und bestohlen. Zuletzt meinte er, sie habe ihm zwei Wollhauben weggenommen. Nach diesem Streit, für den es keine Zeugen gibt, war die 62-Jährige tot.

Ihr gleichaltriger Ehemann sagte später bei der Polizei aus, sein Sohn habe ihm daheim in einem Gespräch erklärt, er habe die Mutter "geschlagen". Der Vater habe ihm gesagt, wenn das wahr sei, müsse er das Haus verlassen. Das tat der 34-Jährige. Der Vater ging ihm nach und fand im Garten eine Decke. Darunter lag die Leiche seiner Frau. Er alarmierte die Polizei. Diese leitete eine Fahndung ein. Ein Beamter sah den Gesuchten kurz danach, als er das Gebäude des Landesgerichtes betrat.

Verdächtige wurde festgenommen

Dort gelang es dem 34-Jährigen die Personenkontrolle zu passieren, weil er keine Waffe bei sich trug und sich unauffällig benahm. Er ging schnurstracks zu einem Staatsanwalt und sprach ihn an. Der Verdächtige wurde nach seinem Geständnis festgenommen. Am Mittwoch dürfte die Untersuchungshaft über ihn verhängt werden, kündigte Mairunteregg an.

Der Verdächtige sei bisher unbescholten. Die Ermittlungen ergaben aber, dass er in psychiatrischer Behandlung gewesen sei. Die Krankengeschichten wurden angefordert. Auch ein Gutachten über die Zurechnungsfähigkeit des 34-Jährigen soll eingeholt werden. Dabei sei eine Verzögerung zu erwarten, machte der Staatsanwalt aufmerksam: Er und sein Verteidiger haben die Möglichkeit von Einwendungen gegen die Sachverständigen-Person. Der Beschuldigte habe außerdem Anspruch auf Verfahrenshilfe. Bis diese beigestellt wird, könnten noch einige Tage vergehen.

Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Obduktion der Toten an. An ihrem Kopf wurden Schläge mit einem Stein und einer Axt festgestellt. Beide Gegenstände wurden neben der Leiche entdeckt. Das für Mittwoch erwartete Gutachten soll die Todesursache klären.