Erstellt am 01. August 2014, 09:12

72-stündige Waffenruhe in Gaza hat begonnen. Eine dreitägige humanitäre Waffenruhe im Gaza-Konflikt hat am Freitag um 07.00 Uhr (MESZ) begonnen.

Unter UN-Vermittlung hatten Israel und die militanten Palästinenser neben einer Feuerpause auch sofortigen Verhandlungen in Ägypten über eine dauerhafte Waffenruhe zugestimmt. Die ägyptische Regierung lud die Konfliktparteien zu Gesprächen ein. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon und US-Außenminister John Kerry hatten zuvor erklärt, unschuldigen Zivilisten solle eine Atempause verschafft werden. Kurz vor der Feuerpause schossen militante Palästinenser im Gazastreifen noch Raketen auf israelische Ortschaften ab.

Mehrere Versuche einer Waffenruhe in dem blutigen Konflikt sind bereits gescheitert. Bei israelischen Angriffen in den Orten Khan Junis und Bani Suhaila kamen nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums in der Nacht mehr als ein Dutzend Palästinenser ums Leben.

Mehr als 1.450 Menschen getötet

Die Zahl der seit dem 8. Juli getöteten Menschen im Gazastreifen ist inzwischen mit mehr als 1.450 höher als bei der vergangenen Bodenoffensive Israels 2009. Nach israelischen Angaben handelt es sich bei mehreren hundert davon um militante Kämpfer. Innerhalb von mehr als drei Wochen wurden im Gaza-Krieg 61 israelische Soldaten und drei Zivilisten getötet. Nach palästinensischen Angaben sind es die höchsten Verluste seit der israelischen Eroberung des Gazastreifens im Sechstagekrieg von 1967.

Israel bestätigte am Freitagmorgen offiziell, es habe einer 72-stündigen humanitären Feuerpause zugestimmt. Die israelische Armee soll in der Zeit weiter Tunnel der im Gazastreifen herrschenden Hamas zerstören. Insgesamt seien etwa 80 Prozent der von Israel entdeckten "Terror-Tunnel" zerstört worden, berichtete der israelische Rundfunk am Freitag. Weiteres Ziel der israelischen Offensive war es, den dauernden Raketenbeschuss von Israels Ortschaften zu unterbinden.