Erstellt am 14. April 2014, 06:09

73-Jähriger schoss auf jüdische US-Einrichtungen. Ein 73 Jahre alter Mann hat am Sonntag in zwei jüdischen Einrichtungen im US-Staat Kansas drei Menschen erschossen. Er wurde danach auf dem Parkplatz einer Schule festgenommen.

Über das Motiv herrschte Unklarheit. Nach Medienberichten soll der Schütze bei seiner Festnahme antisemitische Bemerkungen gemacht und den Hitlergruß geäußert haben.

Laut Medienberichten soll der Ex-Soldat ein ehemaliges führendes Mitglied einer Ortsgruppe der rassistischen Organisation Ku-Klux-Klan und der Polizei wegen rassistischer und antisemitischer Aktivitäten bekannt sein. US-Präsident Obama sprach den Familien der Opfer sein Mitgefühl aus.

Die Ermittlungen seien noch in einem sehr frühen Stadium, hieß es auf einer Pressekonferenz in Overland Park bei Kansas City. Demnach kommt der mutmaßliche Schütze aus dem benachbarten US-Staat Missouri.

Nach Angaben des örtlichen Polizeichefs John Douglass eröffnete der 73-Jährige zunächst auf dem Gelände eines jüdischen Gemeindezentrums in Overland Park das Feuer. Zwei Menschen in einem Auto seien getroffen worden. Es soll sich um einen 14-jährigen und dessen Großvater handeln, berichtete der Fernsehsender NBC und die Zeitung "Kansas City Star"übereinstimmend. Ein Opfer sei auf der Stelle tot gewesen, das zweite kurz nach der Tat im Krankenhaus gestorben. Zur Zeit der Schießerei hielten sich zahlreiche Schüler zu einem Tanzwettbewerb in dem Gemeindezentrum auf.

Danach fuhr der Schütze dem Polizeichef zufolge zu einem jüdischen Seniorenheim im nahe gelegenen Lealand und erschoss dort eine Frau. Es gebe keine Hinweise darauf, dass er die Opfer gekannt habe, sagte Douglass. Der Schütze musste laut NBC 1979 wegen seiner KKK-Aktivitäten frühzeitig seinen Dienst bei der Eliteeinheit "Green Berets" quittieren.

Die auf das Jahr 1865 zurückgehende und zwischenzeitlich verbotene rassistische Terrorvereinigung kämpfte als Geheimbund mit Morden an Schwarzen und Attentaten auf Politiker gegen die Abschaffung der Sklaverei. Bei nächtlichen Überfällen trugen seine Mitglieder weiße Kutten mit Kapuzen und verbreiteten mit brennenden Kreuzen Angst und Schrecken.

In den 1960er Jahren richtete sich ihr Augenmerk auf Mitglieder der schwarzen Bürgerrechtsbewegung. Seit den 1990er Jahren greift der Ku-Klux-Klan gezielt schwarze Kirchengemeinden an. Nach Schätzungen von Experten zählt der Klan in den USA heute 5000 bis 8000 Mitglieder in rund 150 unabhängigen Ortsgruppen. Der Bund knüpfte Kontakte zu Rechtsextremisten im Ausland, darunter auch in Deutschland.