Erstellt am 22. Dezember 2015, 11:22

74 Manager staatsnaher Firmen verdienten mehr als Faymann. 74 Manager in 31 staatsnahen Firmen haben 2014 mehr verdient als der Bundeskanzler - also über 295.393 Euro brutto.

Seit 2011 stieg das durchschnittliche Einkommen von Vorständen und Geschäftsführern in Unternehmen mit Bundesbeteiligung um 15,3 Prozent, jenes der dort Beschäftigten hingegen lediglich um 7,5 Prozent, geht aus einem am Dienstag im Nationalrat vorgelegten Rechnungshof-Bericht hervor.

Spitzenreiter bei den Gagen war im Vorjahr der ÖBB-Konzern mit 18 Managern, die mehr als Kanzler Werner Faymann (SPÖ) verdienten, gefolgt vom Stromkonzern Verbund mit 12 hoch dotierten Vorständen. Auch rund um die Abwicklung der verstaatlichten Krisenbanken Hypo Alpe Adria und Kommunalkredit verdienten rund ein Dutzend Manager über dem Kanzlerniveau.

Am höchsten waren die Gagen bei der Post AG. Die vier Vorstände strichen 2014 im Schnitt 1,6 Mio. Euro ein. Dahinter folgt die Verbundspitze, die dortigen vier Vorstandsmitglieder kamen auf durchschnittlich eine Million Euro. Auch der mittlerweile abgesägte ÖIAG-Chef Rudolf Kemler gehörte 2014 zu den Top-Verdienern unter den Staatsmanagern. Er verdiente im Vorjahr als Vorstand der Staatsholding, die seit heuer ÖBIB heißt, 513.000 Euro, geht aus dem Bericht hervor.

Die Gehaltsschere zwischen Männern und Frauen ging laut Rechnungshof weiter auf: Die Einkommen der weiblichen Vorstandsmitglieder oder Geschäftsführerinnen betrugen im Jahr 2014 im Schnitt rund 161.000 Euro, das waren 73,1 Prozent der Durchschnittsbezüge ihrer männlichen Kollegen von 220.000 Euro. 2012 hatten die Managerinnen noch 81,3 Prozent der Männer-Gagen erhalten.