Erstellt am 03. Oktober 2016, 13:46

von APA Red

Arbeitslosigkeit im September um 0,3 Prozent höher. Der Arbeitslosigkeit steigt in Österreich, weiter, wenn auch nicht mehr so rasch wie zuletzt. Im September waren 391.939 Menschen ohne Job, um 0,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Rechnet man die Schulungsteilnehmer heraus, waren zu Monatsende 323.239 Menschen als arbeitslos registriert, das waren um 0,3 Prozent mehr als im September 2015.

Arbeitslosigkeit betrifft fast 400.000 Menschen  |  APA (Symbolbild)

Die Arbeitslosenquote nach österreichischer Berechnung ist gegenüber dem Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte auf 8,2 Prozent gesunken, wie das Sozialministerium am Montag mitteilte.

Die aktuelle Arbeitslosenquote gemäß der internationalen Definition von Eurostat liegt bei 6,2 Prozent und damit um 0,5 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres.

Die Jugendarbeitslosenquote beträgt nach dieser Definition 10,8 Prozent und ist damit um 0,1 Prozentpunkte gesunken - niedriger ist die Jugendarbeitslosigkeit nur in Deutschland und Holland.

Die Anzahl der Beschäftigten ist auch im September deutlich gestiegen. Mit 3,64 Millionen unselbstständig Erwerbstätigen liegt die Zahl der Arbeitsplätze um 53.000 (+1,4 Prozent) über dem Wert des Vorjahres. Dem Arbeitsmarktservice sind zudem 42.499 offene Stellen gemeldet, das ist eine Zunahme im Jahresabstand um 8.729 (+25,8 Prozent).

Deutlich verschlechtert hat sich die Situation am Arbeitsmarkt für Ausländer. Die Anzahl der Arbeitslosen ohne österreichische Staatsbürgerschaft ist im Jahresabstand um 8 Prozent gestiegen, 92.540 der 323.239 Arbeitslosen sind Ausländer. Fast eben so viele Arbeitslose (90.783) sind über 50 Jahre alt, ihre Zahl hat um 6,5 Prozent zugenommen. Nach wie vor sind deutlich mehr Männer als Frauen von Arbeitslosigkeit betroffen, allerdings ist der Trend bei Männern positiv, bei Frauen nimmt die Arbeitslosigkeit zu. Positiv ist der Trend bei Jugendlichen und Inländern.

Obwohl sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit im September weiter verlangsamt, hat brauche es für eine Trendwende "weitere Anstrengungen und klare Impulse für Investitionen", kommentierte Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) die aktuellen Arbeitsmarktdaten.

Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung verwiesen auf die rund 50.000 zusätzlich geschaffenen Arbeitsplätze und forderten flexiblere Arbeitszeiten und steuerliche Anreize für die Schaffung neuer Jobs.

Während ÖGB und Arbeiterkammer die Personalaufstockung beim Arbeitsmarktservice begrüßten und Unternehmen sowie die öffentliche Hand zu mehr Investitionen aufriefen, gab es heute heftige Kritik an Stöger nicht nur von der FPÖ, sondern auch vom Koalitionspartner ÖVP, deren Klubobmann Reinhold Lopatka dem Minister vorwirft, bei notwendigen Reformen gleich dreifach säumig zu sein, nämlich nicht nur beim Arbeitsmarkt, sondern auch bei der Pensionsreform und bei der Mindestsicherung. Auch NEOS-Sozialsprecher Gerald Loacker warf dem Sozialminister "Hilflosigkeit" vor.

Die ArbeitnehmerInnensprecherin der Grünen, Birgit Schatz, sieht in Arbeitszeitverkürzungen und Investitionsprogrammen das richtige Rezept zur Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Nach Ansicht von Team-Stronach-Sozialsprecherin Waltraud Dietrich macht sich "das Versagen der Regierung in der Bildungspolitik" an der hohen Jugendarbeitslosigkeit "ganz massiv bemerkbar".