Erstellt am 20. August 2015, 13:59

von APA/Red

93 Flüchtlinge am Wiener Westbahnhof aufgegriffen. 93 Flüchtlinge aus Syrien, Pakistan, Afghanistan und Bangladesch sind am Donnerstag am Wiener Westbahnhof von der Polizei aufgegriffen worden.

 |  NOEN, APA/Hans Klaus Techt

Die Betroffenen sind in einem überfüllten Zug aus Ungarn nach Wien gekommen. Ein Teil der Flüchtlinge verharrte zu Mittag weiter am Bahnhof, verweigerte die Annahme von Hilfe und wollte nach Deutschland weiterreisen, berichtete die Polizei.

Die Polizei wurde von den ÖBB alarmiert. Bereits am Wiener Hauptbahnhof stiegen Beamte in den Railjet 62 ein und fuhren mit den Flüchtlingen zum Westbahnhof. 45 Personen wurden dann in das Polizeianhaltezentrum Rossauer Lände gebracht. Der restliche Teil - vor allem Familien aus Syrien - weigerte sich aber vorerst, den Bahnhof zu verlassen und wollte weiter nach Deutschland reisen.

Hilfe wurde abgelehnt

Auch die Annahme von Getränken und Decken wurde abgelehnt, mitunter kam es zu tumultartigen Szenen. "Wir appellieren an die Personen, Hilfe anzunehmen", sagte Polizeisprecher Roman Hahslinger. Am Wiener Westbahnhof wurden die Bahnsteige sechs und sieben gesperrt.

Auch auf der Ostautobahn (A4) in Niederösterreich wurden am Donnerstag im Laufe des Vormittags etwa 100 Flüchtlinge aufgegriffen. Sie waren bei Bruck a.d. Leitha bzw. Schwechat umhergeirrt, teilte Polizeisprecher Johann Baumschlager auf Anfrage mit. Die Menschen stammten aus Syrien, dem Irak und aus Afghanistan. Es handelte sich um mehrere Familien mit Kindern.

Flüchtlinge auf der A1 ausgesetzt

Offensichtlich waren die Flüchtlinge einmal mehr auf der A4 ausgesetzt worden. Von einem Schlepper gab es keine Spur, sagte Baumschlager. Die Frauen, Männer und Kinder wurden zur Erstversorgung in Polizeidienststellen gebracht. Die Befragungen der Flüchtlinge dauerten am Nachmittag an.