Erstellt am 18. Januar 2015, 15:57

Abdullah-Zentrum nahm Bandion-Ortners Rücktritt an. Das umstrittene Abdullah-Zentrum für Interreligiösen Dialog (KAICIID) hat den Rücktritt von Claudia Bandion-Ortner als Vize-Generalsekretärin des Zentrums angenommen.

Man anerkenne diesen Schritt als Beitrag zur Beruhigung der aktuellen Diskussion, hieß es in einer Stellungnahme gegenüber der APA am Sonntag. Das genaue Datum ihres Rückzugs wurde nicht bekannt gegeben.

Die frühere ÖVP-Justizministerin hatte am Samstag beim KAICIID-Generalsekretär ihren Rücktritt als Stellvertretende Generalsekretärin des Zentrums eingereicht. Der Rücktritt aus der Funktion, die sie seit Mai 2012 innehatte, wurde angenommen. Bandion-Ortner habe dem Zentrum mitgeteilt: "Die Förderung von Dialog, um Verständnis und Respekt zwischen Menschen verschiedener Religionen und Kulturen zu stärken, ist eine Aufgabe, der ich mit größter Überzeugung nachgegangen bin. Ich wünsche dem Dialogzentrum KAICIID für seine weitere wichtige Arbeit alles Gute."

"Beitrag zur Beruhigung der aktuellen Diskussion"

"Wir anerkennen diesen Schritt von Frau Bandion-Ortner als Beitrag zur Beruhigung der aktuellen Diskussion rund um das Dialogzentrum. Wir wünschen ihr für die Zukunft alles Gute", erklärte wiederum KAICIID-Sprecher Peter Kaiser in der Aussendung. Bandion-Ortner teilte am Samstag mit, sie wolle sich in nächster Zeit zurückziehen. Wann genau dies der Fall sein werde, konnte Kaiser nicht sagen.

Nach der intensiven öffentlichen und politischen Diskussion in den vergangenen Tagen habe der Generalsekretär mit Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) "konstruktive" Gespräche über das Dialogzentrum in Wien geführt. Dabei seien auch die künftigen Prioritäten besprochen worden. So soll die Anzahl der Mitgliedstaaten von KAICIID erhöht werden, der interreligiöse Dialog zu wichtigen Fragen wie den Menschenrechten gestärkt und die Unabhängigkeit des Zentrums von nationalstaatlichem politischen Einfluss gewährleistet werden. Außerdem soll der öffentliche Dialog der religiösen Gemeinschaften gefördert und das Programm des Zentrums einer breiteren Öffentlichkeit präsentiert werden.

"Vor dem Hintergrund der vielerorts zunehmenden Polarisierung und Radikalisierung sind unsere Projekte und Programme wichtiger denn je", erklärte Kaiser. Er verwies darauf, dass seit Mitte 2013 mehr als 50 Veranstaltungen mit rund 3.500 Teilnehmern 30 unterschiedlicher Religionen aus mehr als 100 Ländern und neun Konfliktregionen durchgeführt wurden.