Erstellt am 01. März 2015, 17:13

von APA/Red

Wirbel um Bandion-Ortner-Nachfolge. Die Debatte rund um das umstrittene Abdullah-Zentrum (KAICIID) ist mit dem Wirbel um die Nachfolge der Ex-Vize-Generalsekretärin Claudia Bandion-Ortner um eine Facette reicher.

Das KAICIID und die SPÖ weisen einen Kurier-Bericht zurück, indem der ehemalige Spitzendiplomat Karl Schramek als potenzieller Nachfolger genannt wird.

"Uns liegen keine Informationen über die Nachfolge oder jeglicher Kandidaten vor. Die Gerüchte über Botschafter Schramek kann ich nicht bestätigen", so KAICIID-Sprecher Peter Kaiser. Es liege zudem in der Macht der Gründerstaaten zu entscheiden, ob der Posten nachbesetzt wird, ergänzte Kaiser.

In dieselbe Kerbe schlägt laut einer Kurier-Aussendung vom Samstag auch Kanzleramtsminister Josef Ostermayer (SPÖ). Er sieht keine Notwendigkeit für eine Nachbesetzung. "Die Personalfrage ist die allerletzte Frage, die sich stellt", so der Minister.

Ringen um Zentrums-Zukunft geht weiter

Bandion-Ortner war kürzlich zurückgetreten nachdem sie wegen einer Reihe umstrittener Aussagen, darunter, dass in Riad nicht jeden Freitag geköpft werde, unter scharfe Kritik geraten war.

Das Ringen über die Zukunft des von Saudi-Arabien finanzierten Zentrums innerhalb der Koalition geht indessen munter weiter. "In der Frage des Abdullah-Zentrums klären wir gerade mit den anderen Vertragsstaaten (Spanien, Saudi-Arabien, Vatikan), ob eine zukünftige Neuaufstellung unter Berücksichtigung fundamentaler Fragen möglich ist oder ob sich Österreich aus diesem Zentrum zurückziehen soll", sagt Ostermayer zum Kurier.

Während es die SPÖ und die Grünen eher einen Rückzug Österreichs beziehungsweise ein Schließung forcieren, pochen Präsidentschaftskanzlei und ÖVP auf einen Neubeginn.

Immer mehr in Kritik geraten

Das König-Abdullah-Zentrum wurde im November 2012 als internationale Organisation mit Unterstützung der Regierungen Österreichs, Saudi-Arabiens und Spaniens, sowie dem Heiligen Stuhl als Gründungsbeobachter, ins Leben gerufen. KAICIID wird von einem Board of Directors geleitet, das aus Vertretern der großen Weltreligionen (Judentum, Christentum, Islam, Hinduismus und Buddhismus) und Kulturen besteht.

Die Weigerung des KAICIID Menschenrechtsverletzungen in Saudi-Arabien zu verurteilen führte dazu, dass Kritiker das von Saudi-Arabien finanzierte Zentrum als Feigenblatt bezeichnen. Auch die Auspeitschung des kritischen Bloggers Raef Badawi in Saudi-Arabien verurteilte das KAICIID trotz mehrfacher Aufforderung nicht.