Erstellt am 28. September 2014, 21:00

von APA Red

Ablinger kritisiert SPÖ-Chef Faymann. Die zurückgetretene SPÖ-Frauenvorsitzende in Oberösterreich, Sonja Ablinger, kritisiert ihren Bundesparteivorsitzenden Werner Faymann.

Im Privatsender "Puls 4" sagt Ablinger am Sonntagabend: "Faymann hat Verantwortung vermissen lassen dabei, für die Geschlechterfrage einzutreten." Die Kritik wurde umgehend von Parteivertretern zurückgewiesen.

Vorwurf, die Partei würde unglaubwürdig werden

Ablinger hatte als Drittgereihte bei der Besetzung des Nationalratsmandates der verstorbenen Barbara Prammer gegen den zweitgereihten Walter Schopf das Nachsehen. Dies Entscheidung hatte heftige Kritik ausgelöst, weil dadurch entgegen dem Parteistatut die Frauenquote gesenkt wurde.

Ablinger hat sich nach eigenen Angaben zum Rücktritt entschieden, "als es untergriffig und persönlich geworden ist". Sie kündigt auf "Puls 4" an, am Bundesparteitag im November ihre Entscheidung öffentlich begründen zu wollen. Der SPÖ wirft sie vor, unglaubwürdig zu werden, wenn sie sich Spielregeln wie eine Quotenregelung gibt, diese dann aber nicht einhält. "Besonders, wenn sie das von Firmen in Aufsichtsräten verlangt."

Kritik übt Albinger auch an der Aussage Faymanns, Österreich gut durch die Krise geführt zu haben: "Aber wir sind doch mitten in der Krise drinnen. Jedes Monat lesen wir von steigender Arbeitslosigkeit. Das ist die direkte Auswirkung einer falschen Krisenpolitik."

Darabos: Kritik an Krisenbewältigung "absurd"

Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos und Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Brunner haben die Kritik Ablingers zurückgewiesen. Zur Kritik an der Vergabe des Nationalratsmandats an Walter Schopf und nicht an Ablinger sagte Darabos, dass auch ein Bundeskanzler sich nicht über die gesetzliche Wahlordnung hinwegsetzen könne.

Ebenso wie Brunner verwies Darabos auf die eingesetzte Arbeitsgruppe, die bis zum Parteitag im November eine Neuregelung zur Einhaltung der Frauenquote erarbeitet.

Und Ablingers Kritik an der Krisenbewältigung der Bundesregierung hält Darabos für "absurd".  "Österreich ist, gemeinsam mit Deutschland, am besten durch die Krise gekommen. Das belegen folgende Fakten: Wir haben durchgängig EU-weit die niedrigste Arbeitslosenquote, sind im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit stets an der Spitze, sodass Delegationen anderer Länder nach Österreich reisen, um sich abzuschauen, wie wir das machen, und wir sind EU-weit beim Bruttoinlandsprodukt pro Kopf an zweiter Stelle", stellte der Parteimanager fest.