Erstellt am 15. Mai 2015, 11:51

Schelling will Volksbanken-Dominoeffekt verhindern. Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) hat für Montag rebellische Volksbanker nach Wien geladen, die die Fusion im Volksbankensektor abgelehnt haben.

Zwar ist die nötige Zustimmungsrate von 90 Prozent zum neuen Verbundvertrag schon erreicht, doch will Schelling verhindern, dass die drei Abtrünnigen auf andere Institute abfärben.

Neben den Vorständen der Volksbanken Almtal (Oberösterreich), Gmünd (Kärnten) sowie Osttirol-Westkärnten wurden Vertreter anderer kritischer Banken, etwa Landeck, nach Wien geladen. Jene, die den Zusammenschluss von 41 auf österreichweit acht Volksbanken nur mit Bauchweh abgesegnet haben, sollen nicht auf falsche Ideen kommen.

Im Finanzministerium sprach man am Freitag von einem "Abstimmungsgespräch". "Gespräche sollen am Verhandlungstisch geführt werden und nicht über die Medien". Schelling "möchte sich die Argumente jener anhören, die noch nicht zugestimmt haben bzw. einen eigenständigen Weg gehen wollen." Andererseits werde das Finanzministerium "auch klar darlegen, wieso nur eine Gesamtlösung Sinn macht um den Sektor zu stabilisieren."

Volksbankensektor stabil aufstellen

Anwesend sein werden, neben den Volksbankern sowie dem Vorstand des Spitzeninstituts ÖVAG, auch Vertreter von Finanzmarktaufsicht (FMA) und Nationalbank (OeNB). Die OeNB wird nach Angaben des Finanzministeriums auch die Position der Europäischen Zentralbank (EZB) erläutern. "Ziel aller ist es, den Volksbankensektor stabil aufzustellen, dafür wurden die Weichen letztes Jahr nach dem Stresstest gestellt."

Die Zerschlagung der ÖVAG soll am 4. Juli erfolgen, da wird die ÖVAG als Bad Bank abgewickelt. Neues Spitzeninstitut wird die Volksbank Wien-Baden, die die überlebensfähigen Teile der ÖVAG übernimmt. Bisher haben 98 Prozent der einzelnen Volksbanken die nötigen Beschlüsse gefasst. Ausständig sind noch die Genehmigungen u. a. von EU-Kommission und EZB.