Erstellt am 16. April 2016, 18:12

von APA/Red

Acht Verbände für Basketball-EM 2017 gesperrt. Der Basketball-Verband FIBA Europe greift im Machtkampf mit der Euroleague zum äußersten Mittel und hat acht Nationalverbände für die EM 2017 gesperrt.

 |  NOEN, APA (Archiv/Punz)

Unter anderem die Verbände von Europameister Spanien, des WM-Zweiten Serbien und Russland wurden vorerst von FIBA-Europe-Bewerben für Herren-Nationalteams ausgeschlossen. Sechs weiteren Verbänden wurde eine Sanktion angedroht.

Die FIBA Europe sperrt die Verbände, weil Clubs aus diesen Ländern ihre Teilnahme am Eurocup, der von der rivalisierenden Euroleague veranstaltet wird, fest zugesagt haben. Davon sind auch Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Mazedonien, Montenegro und Slowenien betroffen. 

Vereine aus den weiteren sechs Verbänden haben dies ebenfalls zumindest öffentlich angekündigt. "Als Ergebnis sind die Verbände eingeladen, ihre Position bis zum 20. April zu übermitteln, damit sie nicht automatisch ihr Recht verlieren, an den kommenden Bewerben für Männer-Nationalmannschaften teilzunehmen", hieß es von der FIBA Europe. 

Pikant: Neben Olympia-Qualifikationsturnier-Gastgeber Italien sind auch zwei der vier Co-Gastgeber der EM 2017, Türkei und Israel, sowie die Schwergewichte Griechenland und Litauen darunter. Damit sind insgesamt bis auf das drittplatzierte Frankreich derzeit fünf Nationen der Top Sechs der vergangenen EM 2015 verbannt oder von einer Sperre bedroht.

Die vom Bewerbsausschluss betroffenen Verbände haben nun bis Mittwoch Zeit, sich dazu zu äußern, ob Clubs aus ihren Ländern am Eurocup teilnehmen werden. Am darauf folgenden Wochenende tritt das Board der FIBA World zusammen - der Weltverband könnte dann die Nationen auch für Olympia oder die Qualifikationsturniere sperren.

Der zweitklassige Eurocup wird von der Euroleague veranstaltet, mit der sich der Kontinentalverband im Streit um die Vorherrschaft im europäischen Club-Basketball befindet. Die FIBA Europe veranstaltet ab nächster Saison erstmals die Champions League.