Erstellt am 21. Juli 2016, 11:30

von APA/Red

Neue Aids-Medikamente zu teuer. Neue Aids-Medikamente, die dann eingesetzt werden müssen, wenn die beiden ersten Therapiemöglichkeiten wegen Resistenzen erschöpft sind, bleiben für ärmere Staaten der Erde unerschwinglich.

 |  APA (AFP)

 Das stellt ein neuer Bericht von Ärzte ohne Grenzen (MSF) dar, welcher am Donnerstag bei der Welt-Aids-Konferenz in Durban in Südafrika veröffentlicht worden ist.

In den ärmsten Ländern kosten diese jedoch mehr als 1.800 US-Dollar (1.631,17 Euro) pro Person und Jahr - das sei 18 Mal so viel wie Medikamente der ersten Therapielinie, hieß es. In Ländern mit niedrigem, mittlerem oder höherem Einkommen seien diese Wirkstoffkombinationen noch teurer. Billige Generika seien wegen des Patentschutzes noch nicht verfügbar.

Die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Erstbehandlung empfohlene Kombination aus den Wirkstoffen Tenofovir, Emtricitabine und Efavirenz für die einmal tägliche Einnahme kostet derzeit rund 100 US-Dollar pro Jahr (90,62 Euro).

Der Preis sei seit 2014 um 26 Prozent gesunken. Kann diese Kombination nicht mehr verwendet werden, empfiehlt die WHO eine andere Wirkstoffkombination (Zidovudine/Lamivudine plus Atazanavir/Ritonavir). Hier betrage der Preis pro Jahr pro Patient 286 US-Dollar (259,18 Euro) und hätte sich seit 2014 um elf Prozent reduziert.

"Müssen in der Lage sein, neueren HIV-Medikamente zu bezahlen"

Dies sei vor allem auf den Wettbewerb indischer Generika-Hersteller zurückzuführen, von wo die meisten derartigen Arzneimittel für ärmere Länder kämen.

Anders sieht dies bei den moderneren Aids/HIV-Medikamenten aus, die auch noch dann wirken, wenn die übrigen keinen ausreichenden Effekt mehr haben. Der niedrigste Preis für diese Kombinationen (zum Beispiel mit Integrase-Inhibitoren) liege bei 1.859 US-Dollar (1.684,64 Euro). Diese Preise seien nicht mehr leistbar, hieß es.

"Wir müssen in der Lage sein, die neueren HIV-Medikamente zu bezahlen", sagte Vivian Cox, medizinische Referentin des HIV-Projekts von Ärzte ohne Grenzen im südafrikanischen Eshowe.

"Im Laufe der Zeit werden die Menschen diese Medikamente brauchen, sie werden sonst keine andere Option haben. Wir müssen jetzt laut auf dieses Problem aufmerksam machen. Wir müssen sichergehen, dass wir nicht wieder mit einer ähnlichen Krise konfrontiert werden, wie wir sie vor mehr als zehn Jahren hatten, als lebensrettende Medikamente für Millionen Menschen mit HIV einfach unbezahlbar waren."