Erstellt am 21. August 2014, 15:00

Alaba vor Liga-Start mit neuen Positionen. Auf David Alaba wartet in der neuen Fußball-Saison eine Reise ins Ungewisse. I

n den vergangenen Jahren war Österreichs Sportler des Jahres beim FC Bayern fast ausschließlich auf die Position links in der Viererkette festgelegt, damit dürfte es aber vor dem Liga-Auftaktspiel des Titelverteidigers am Freitag (20.30 Uhr/live ARD) daheim gegen den VfL Wolfsburg vorbei sein.

Sein Stammleiberl hat der ÖFB-Star nach wie vor fix - für welche Rollen er künftig beim deutschen Rekordmeister vorgesehen ist, weiß Alaba jedoch selbst nicht ganz genau. "Wir werden sehen, wo ich im Saisonverlauf eingesetzt werde. Entscheidend ist aber nur, dass ich so viele Partien wie möglich machen darf", sagte der Wiener.

Durch das Liebäugeln von Trainer Josep Guardiola mit einer Dreierkette und den aktuellen Personalsorgen sind Alabas Qualitäten plötzlich in anderen Mannschaftsbereichen gefragt. Bei der Supercup-Niederlage gegen Dortmund etwa agierte der Österreicher links im Abwehrtrio, danach war er beim Sieg im DFB-Cup gegen Preußen Münster - so wie seit Jahren im Nationalteam - im Mittelfeld-Zentrum zu sehen. "Ich fühle mich im Mittelfeld wohl, kann aber auch andere Positionen spielen", sagte Alaba.

"Vorteil für mich, mehrere Positionen zu spielen"

Mit der von ihm nun erwarteten Flexibilität hat der ÖFB-Star keine Probleme. "Es ist ein Vorteil für mich, mehrere Positionen zu spielen, weil ich dadurch weiter dazulernen kann. Und dass ich verschiedene Rollen übernehmen kann, habe ich schon bewiesen."

Alabas Selbstvertrauen kommt nicht von ungefähr - seit zweieinhalb Jahren ist er unumstrittener Stammspieler beim FC Bayern, trotz seiner erst 22 Jahre zählt er beim aktuellen Doublegewinner schon zu den gestandenen Kickern, bei Fan-Veranstaltungen werden seine Autogramme immer begehrter. "Der Stellenwert steigt, wenn man über mehrere Saisonen viele Partien macht, und dafür bin ich dankbar."

Bisher gewann Alaba mit den Bayern je dreimal Meisterschaft und Cup sowie je einmal Champions League, Club-WM und europäischen Supercup. Mit dieser Bilanz gibt sich der Wiener allerdings noch lange nicht zufrieden. "Ich bin hungrig nach weiteren Titeln, so wie die ganze Mannschaft", betonte der 32-fache ÖFB-Internationale.

Weder ihm noch seinen Kollegen - auch nicht den frisch gebackenen Weltmeistern - fehle es an Motivation für die anstehenden Aufgaben. "Es wird nicht einfach, die Erfolge der letzten Jahre zu wiederholen. Aber wir wollen es wieder schaffen, das ist auch der Anspruch des FC Bayern. Und man spürt in jedem Training, dass jeder so viele Titel wie möglich gewinnen will", erklärte Alaba.

Ribery nicht fit

Der Weg zu einem neuerlichen Trophäen-Regen dürfte jedoch aufgrund der angespannten Personalsituation sehr beschwerlich werden. Javi Martinez, Bastian Schweinsteiger, Thiago Alcantara und Rafinha fallen noch wochen- oder monatelang aus, Franck Ribery hat immer wieder mit Wehwehchen zu kämpfen. Der Franzose kann am Eröffnungsspiel gegen Wolfsburg nicht teilnehmen. Er benötige nach seinen Knieproblemen "noch Zeit, um zurückzukommen", berichtete Guardiola am Donnerstag.

Dazu kommt, dass die Vorbereitung für die deutschen Weltmeister Philipp Lahm, Jerome Boateng, Manuel Neuer, Thomas Müller und Mario Götze sowie für den WM-Dritten Arjen Robben nur sehr kurz war. "Über diese Situation wird derzeit in Deutschland viel geredet, aber wir versuchen uns davon nicht ablenken zu lassen. Wir haben trotzdem eine sehr gute Mannschaft mit vielen erfolgshungrigen Spielern", meinte Alaba.

Seine eigene Motivation stellte der Österreicher unter anderem dadurch unter Beweis, dass er bereits fünf Tage vor dem offiziellen Vorbereitungsstart am 9. Juli ins Training einstieg. "Ich habe das Programm in den letzten Wochen super durchgezogen und fühle mich topfit", sagte Alaba, der im Mai einen Muskelfaserriss im Hüftbereich erlitten hatte und deshalb für das DFB-Cup-Finale und die Länderspiele gegen Island und Tschechien ausgefallen war.

Sein ÖFB-Comeback steht am 8. September im Happel-Stadion an, wenn es zum Auftakt der EM-Qualifikation gegen Schweden geht. Während die Skandinavier um die Fitness ihres Superstars Zlatan Ibrahimovic bangen, ist es Alaba laut eigenen Angaben ziemlich egal, ob der PSG-Goalgetter rechtzeitig gesund wird. "Natürlich kann er Spiele alleine entscheiden, aber wir sollten uns nicht auf ihn, sondern auf unsere eigenen Stärken konzentrieren", forderte der Deutschland-Legionär.