Erstellt am 22. September 2014, 11:00

Alibaba stellt Börsen-Weltrekord auf. Der chinesische Online-Händler Alibaba hat mit seinem rund 25 Mrd. Dollar (19,45 Mrd. Euro) schweren Börsengang endgültig einen neuen Weltrekord aufgestellt.

Nach seinem furiosen Marktdebüt an der Wall Street am Freitag verkaufte das Amazon-Pendant weitere 48 Millionen Aktien, die für eine große Nachfrage zurückgehalten wurden, wie ein Insider am Montag sagte. Der Erlös stieg um drei Mrd. Dollar.

Damit stellte das im Westen noch weitgehend unbekannte Unternehmen nicht nur das Online-Netzwerk Facebook in den Schatten, das mit dem bisher größten Börsengang eines Internet-Unternehmens vor zwei Jahren 16 Milliarden Dollar einnahm. Auch die vier Jahre alten Weltbestmarken von General Motors von 23,1 Mrd. Dollar und Agricultural Bank of China von 22,1 Mrd. Dollar konnte es knacken.

Aktien regelrecht aus den Händen gerissen

Über die Mehrzuteilungsoption hätten Alibaba selbst und der Großaktionär Yahoo zusätzlich 1,8 Milliarden beziehungsweise 1,2 Milliarden Dollar eingenommen, sagte der Insider zu Reuters. Alibaba wollte sich nicht äußern. Konzerngründer Jack Ma verkaufte Börsendokumenten zufolge weitere 2,7 Millionen Papiere und Co-Gründer Joe Tsai rund 900.000.

Bereits beim Handelsdebüt hatten die Investoren Alibaba die Aktien regelrecht aus den Händen gerissen. Angesichts einer Flut von Kaufaufträgen dauerte es fast zweieinhalb Stunden, ehe die New Yorker Börse einen ersten Kurs nennen konnte. Viele Anleger, die bei der Zuteilung leer ausgegangen waren, wollten die Titel offenbar zu fast jedem Preis in ihren Depots haben. Die Aktie legte letztlich fast 40 Prozent zu. Damit ist das vor 15 Jahren von dem Englischlehrer Ma gegründete Unternehmen rund 231 Milliarden Dollar Wert und mehr als alteingesessene US-Konzerne wie Walt Disney und Coca-Cola. Allein Ma kassiert etwa 900 Millionen Dollar.

Mit dem Erlös aus dem Börsengang will Alibaba seine Expansion vorantreiben - auch nach Europa und in den USA. Die Anleger wollen dabei von dem rasantem Wachstum profitieren. Rund 80 Prozent der Online-Umsätze in China gehen bereits auf das Konto des Unternehmens, das inzwischen mehr Geschäfte abwickelt als Amazon und eBay zusammen. Von April bis Juni schossen die Umsätze um 46 Prozent nach oben. Und anders als viele Internet-Firmen schreibt Alibaba Gewinn - rund zwei Milliarden Dollar waren es im vorigen Quartal.