Erstellt am 09. Februar 2015, 10:25

von APA/Red

Weltmeister Österreich auch im Team-Event Favorit. Als siebenter von elf Medaillen-Bewerben geht auch bei der Alpinski-WM 2015 der gemischte Teambewerb in Szene.

Beim einzigen Event, der nicht in Beaver Creek sondern in Vail stattfindet, tritt Österreich am Dienstag (22.15 Uhr MEZ) als Titelverteidiger und Favorit an. Angeführt von Kombi-Weltmeister Marcel Hirscher und "Miss Team-Event" Michaela Kirchgasser ist daher Gold auch hier das Ziel.

Österreich in der Nationenwertung Favorit

Österreich ist in diesem seit 2005 im WM-Programm aufscheinenden und seit 2011 als Parallelslalom mit Riesentorlauf-Toren durchgeführten Bewerb aufgrund der klaren Nummer-eins-Position in der Nationenwertung Favorit. Diese Annahme ist aber gefährlich. Denn obwohl vier bis sechs Teilnehmer nominiert werden können, reichen im Falle des Falles ein starker Herr und eine starke Dame, um Gold gewinnen zu können.

"Deshalb ist von Gold bis zum Aus gleich in Runde eins alles möglich", warnte Damenchef Jürgen Kriechbaum. Ihm wäre lieber, man würde die Zeiten von zumindest drei oder gleich allen vier Läufern zusammenzählen. "Dann hätte das ganze echten Teamcharakter."

Österreich geht aber ohnehin mit der stärkstmöglichen Truppe ins Rennen. Bei den Herren wurden neben Christoph Nösig die beiden Schladming-Weltmeister Hirscher und Philipp Schörghofer nominiert, bei den Damen entschied sich Kriechbaum neben der starken WM-Debütantin Eva-Maria Brem mit Kirchgasser und Nicole Hosp ebenfalls für zwei Champions von 2013.

"Wollen das ausgewogenste Team am Start haben"

"Wir wollen das ausgewogenste Team am Start haben", lautete die Begründung. Österreich kann zudem als topgesetzte Nation immer auf die Nennung des Gegners reagieren und hat daher taktische Vorteile. "Ein guter Start und eine Mannschaft, die mit der Aufgabe wächst, sind das Wichtigste", erklärte Technikchef Stefan Bürgler.

Dazu komme: "Man darf sich vom Fahrer auf dem Nebenkurs nicht irritieren lassen. Und man sollte am besten schmerzbefreit sein", erinnerte Bürgler daran, dass bei diesem dynamischen Sprint-Bewerb auf Slalom-Skiern aber mit Riesentorlauf-Technik hohe peitschenartige Belastungen auftreten. Kathrin Zettel etwa verzichtet deshalb freiwillig.

Österreich ist die dominierende Nation in diesem jungen Bewerb. Von bisher vier WM-Auflagen hat man zwei (Aare 2007 und Schladming 2013) gewonnen und bei zwei (Bormio 2005 und Garmisch 2011) Silber geholt. 2009 war der Bewerb ausgefallen. Alles andere als ein Medaillengewinn in Vail wäre eine Überraschung.

In Schladming hatte Hirscher mit seinem Antreten im Teambewerb für einen Ruck und das erste Gold dort gesorgt. Das spannende Format und die Begeisterung der Fans hatten das ihre getan, um den lange kritisierten Teamevent zu einem Erfolg werden zu lassen. "Es ist eine Medaille, die genauso wertvoll ist wie jede andere", wollte "Teamchef" Hans Pum festgehalten wissen.

Torabstand etwas größer als in Schladming

25 Tore hat man in Vail in den Kurs am Golden Peak gerammt, der Torabstand ist wegen des längeren und nicht so steilen Hanges etwas größer als in Schladming. Gleich 18 Nationen wollten teilnehmen, nur 16 dürfen fahren. In Schladming hatte Österreich bei 15 Nennungen noch ein Freilos in Runde eins. Startrichter ist wieder Günter Hujara.

Österreichs erfolgreichste Team-Starterin ist Kirchgasser. Als einzige hat sie nicht nur bereits drei Medaillen sondern zwei davon auch in Gold gewonnen. Die Salzburgerin ist ergo die erste Fahrerin, die vier Team-Medaillen in Folge holen kann.

Von ihren bisher sechs Läufen hat Kirchgasser nur einen (2011) verloren. Mehr Laufsiege im Team-Bewerb hat lediglich die Schwedin Maria Pietilä-Holmner vorzuweisen, die sieben von acht Duelle für sich entschieden hat. Die einzige Niederlage fügte ihr 2013 Kirchgasser zu.

Shiffrin neben Vonn zweite US-Lokalmatadorin

Beim Teambewerb kommt es auch zum ersten WM-Auftritt von Mikaela Shiffrin. Die 19-jährige aus Eagle-Vail ist neben Lindsey Vonn die zweite US-Lokalmatadorin, alleine deshalb sollte es am Nachmittag einen Zuschauer-Ansturm geben.

"Es ist gut, wenn sie mit dem Teambewerb anfängt und in den Rhythmus kommt", meinte Shiffrins Manager Kilian Albrecht. Die junge Amerikanerin gilt als Favoritin in Riesentorlauf und Slalom, ist aber auch im Team eine "Bank".

"Sie war bis auf Olympia stets mit Abstand die schnellste Fahrerin, ihr taugt das", traut der Österreicher seinem US-Schützling eine Führungsrolle im Team zu. "Daheim und vor eigenem Publikum einen Teambewerb zu fahren, sollte ihr zudem helfen, sich an die WM-Auftritte vor eigenem Publikum zu gewöhnen."