Erstellt am 20. Juli 2015, 13:19

Anschlag in türkischer Grenzstadt Suruc mit vielen Toten. Bei einer schweren Explosion in der türkischen Stadt Suruc an der syrischen Grenze sind am Montag mindestens 27 Menschen getötet worden. Nach Angaben des türkischen Innenministeriums wurden außerdem rund 100 verletzt.

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Das Ministerium sprach von einem "terroristischen Angriff gegen die Einheit unseres Landes". Ein türkischer Regierungsvertreter bestätigte Medienberichte, wonach sich die Explosion im Garten eines Kulturzentrums in der Innenstadt von Suruc ereignete. Augenzeugen berichteten, nach der Explosion sei ein Feuer ausgebrochen.

Eine Abgeordnete der prokurdischen Partei HDP sagte, die lokalen Behörden ermittelten, ob es sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt habe. Nach ihren Worten hatten sich Jugendliche vor dem Kulturzentrum versammelt, um von dort in die hinter der Grenze in Syrien liegende Stadt Kobane zu fahren.

Das überwiegend von Kurden bewohnte Kobane war im vergangenen Jahr monatelang Schauplatz heftiger Kämpfe, nachdem die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) dort eingerückt war. Im Jänner zwangen kurdische Kämpfer mit Unterstützung von US-geführten Luftangriffen die IS-Kämpfer zum Rückzug. Ende Juni startete der IS eine neue Offensive, wurde aber nach nur zwei Tagen wieder aus der Grenzstadt vertrieben. Im Zuge der Offensive, die mit drei Selbstmordattentaten begann, töteten die Jihadisten zahlreiche Zivilisten. Viele Verletzte aus Kobane wurden in Krankenhäusern in Suruc behandelt.

In Suruc befindet sich eines der größten Flüchtlingslager für Syrer, die vor den Kämpfen in ihrem Land geflohen sind. In dem im Jänner eröffneten Camp leben rund 35.000 Flüchtlinge.