Erstellt am 13. Juli 2015, 13:26

von APA/Red

Mordprozess in Graz könnte neu aufgerollt werden. Der Mordprozess nach dem Tod einer 55-jährigen Steirerin könnte neu aufgerollt werden.

Der Mann wurde 2014 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt  |  NOEN, APA (Archiv)

Die Anwältin des im Vorjahr verurteilten Lebensgefährten hat Ende Juni einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens gestellt und ein neues Gutachten vorgelegt. Dieses schließe im gegenständlichen Fall einen Tod durch Ersticken oder Erwürgen aus. Die Stellungnahme der Staatsanwaltschaft wird erwartet.

"Tod durch Ersticken oder Erwürgen ist auszuschließen"

Anwältin Liane Hirschbrich hatte den Antrag am 26. Juni im Landesgericht für Strafsachen in Graz eingebracht und ihn mit dem Gutachten des deutschen Experten Bernd Brinkmann begründet, über das bereits damals die Tageszeitung "Österreich" berichtete.

"Er hatte für sein Gutachten den gesamten Akt bereitgestellt bekommen", erklärte die Juristin am Montag auf APA-Anfrage. Er sei zu dem Schluss gekommen, dass die Frau "mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 50 Prozent" an einem Asthmaanfall gestorben war. In jedem Fall sei "ein Tod durch Ersticken oder Erwürgen auszuschließen", zitierte Hirschbrich aus dem Gutachten.

Die Staatsanwaltschaft Graz bestätigte das Einlangen des Antrags auf Wiederaufnahme und wird wohl die 14-tägige Frist für eine Stellungnahme ausnutzen. Hirschbrich erwartet das Schreiben am Dienstag.

Mandant zu lebenslanger Haftstrafe verurteilt 

Ihr Mandant ist im September 2014 wegen Mordes an seiner Lebensgefährtin zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Der damals 39-Jährige soll die Frau im Jänner 2014 in Frohnleiten (Bezirk Graz-Umgebung) in ihrem Bett erwürgt haben.

Vor Gericht zeigte er sich grundsätzlich geständig, aber er könne sich an den genauen Hergang nicht erinnern. Er leugnete die Tötung, Hirschbrich berief sich auf einen natürlichen Tod aufgrund der Vorerkrankungen des Opfers. Die Geschworenen sprachen den Mann aber einstimmig des Mordes für schuldig. Die Anwältin will den Fall nun neu aufrollen und eine Einstellung des Verfahrens erwirken.