Erstellt am 13. Mai 2014, 09:08

ARA bekommt bald Konkurrenz. Altstoff Recycling Austria (ARA) bekommt bald auch im Haushaltsbereich Konkurrenz. Auf Geheiß der EU muss Österreich nämlich ab 2015 seinen Abfallmarkt liberalisieren.

 |  NOEN, Symbolbild BilderBox.com
Die ARA, die dann ihre Monopolstellung verliert, sieht sich gut gerüstet, pocht aber auf scharfe Kontrollen. 2013 sammelte das Unternehmen wieder etwas mehr Verpackungen ein. 2012 hatte es einen leichten Rückgang gegeben.

835.500 Tonnen an Verpackungen erfasste die ARA im Vorjahr, ein Plus von knapp einem Prozent. 62 Prozent entfielen auf den Konsumentenbereich, 38 Prozent stammten aus Industrie und Gewerbe. Erneut hatte die ARA mehr Mülltonnen im Einsatz, nämlich über 1,6 Millionen (+4,4 Prozent).

Die Papiersammelmenge (Verpackungen) schrumpfte 2013 leicht auf 329.500 Tonnen (2012: 332.700 Tonnen). Der Rückgang war der Industrie und dem Gewerbe zu schulden. Die Glassammelmenge stieg hingegen von 219.000 auf 223.300 Tonnen an, die gesammelten Plastikverpackungen legten von ebenfalls 219.000 auf 222.300 Tonnen zu. Einen Zuwachs von 39.800 auf 41.500 Tonnen gab es auch bei Metallverpackungen. Rückläufig war die Holzmenge (18.900 Tonnen nach 19.100 Tonnen).

Im Schnitt sammelten die Österreicher im Vorjahr 117,4 Kilo Verpackungsmüll und Altpapier, etwas weniger als 2012 (117,6 Kilo). Die Bevölkerung ist also stärker angestiegen als der Müllberg. Sammelmeister waren wieder die Vorarlberger mit 148,6 Kilo pro Kopf, gefolgt von den Burgenländern mit 140,3 kg, den Steirern (137,4 kg) und den Tirolern (135,4 kg). In Oberösterreich betrug die Sammelmenge 117,7 kg, in Niederösterreich 114 kg, in Kärnten 113,3 kg und in Salzburg 111 kg. Das Schlusslicht bildeten die Wiener mit 92,1 kg.

Das Gros der gesammelten Verpackungen wurde recycelt (782.800 von 835.500 Tonnen), Müll und Nichtverpackungen davor aussortiert.

Auf die heimischen Produktions- und Handelsbetriebe, die der ARA für die Müllentsorgung Lizenzgebühren zahlen, kommen kommendes Jahr wahrscheinlich höhere Kosten zu. Für 2014 sind die Preise mit 121 Euro je Tonne so niedrig wie noch nie, das Niveau werde aber voraussichtlich nicht zu halten sein, so ARA-Vorstand Werner Knausz am Dienstag.

"Denn durch die Ausweitung der Produzentenverantwortung im neuen Abfallwirtschaftsgesetz (AWG) entstehen zusätzliche Kosten, die bislang durch die kommunale Müllgebühr gedeckt waren." 2015 werde es - trotz Wettbewerbs - daher wahrscheinlich zu Preiserhöhungen kommen. 2013 sanken die Lizenzeinnahmen der ARA von 143,8 Mio. Euro auf 135,8 Mio. Euro.

Für die Marktöffnung des Haushaltsbereichs - im Gewerbebereich tummeln sich ja schon mehrere Anbieter auf dem Markt - ab 2015 sieht sich die ARA gut aufgestellt. Wenngleich die bisherige Monopolistin erneut vor Trittbrettfahrern bzw. deutschen Verhältnissen warnte. Die neu zu errichtende Verpackungskoordinierungsstelle sowie das Umweltministerium als Aufsichtsbehörde müssten ihre Kontrollfunktionen ernst nehmen.

In Deutschland werde wegen mangelnder Kontrollen mehr als die Hälfte der Verpackungen unlizenziert in Verkehr gebracht, in Österreich seien es weniger als 10 Prozent. Die ARA will künftig auch im Haushaltsbereich der Konkurrenz auf die Finger schauen und sich "notfalls Gehör verschaffen", sollte sie den Wettbewerb verletzt sehen. Mit dem deutschen Unternehmen Interseroh zum Beispiel, das in Österreich bereits im Gewerberecycling aktiv ist und nun auch den Haushaltsmarkt aufmischen will, hat sich die ARA bereits Gerichtsstreitigkeiten geliefert.