Erstellt am 13. Dezember 2014, 17:14

von APA/Red

Arbeitsgruppe zu Landes-Beitrag für Hypo gegründet. Der finanzielle Beitrag Kärntens für die Abwicklung der Hypo Alpe Adria ist noch nicht vom Tisch.

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) und Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) richten nun eine Arbeitsgruppe ein, bestätigten beide Seiten am Samstag einen Bericht des Ö1-"Journals". Offen bleibt der zu leistende Betrag, Schelling sprach von maximal 500 Mio. Euro.

Es gebe eine klare Aussage des Bundeskanzlers, dass auch Kärnten seinen Beitrag leisten müsse, betonte Schelling im Ö1-"Journal zu Gast". Er sei diesbezüglich in Kontakt mit dem Kärntner Landeshauptmann. Auf eine Summe wollte sich der Finanzminister nicht festlegen, 500 Mio. Euro würden aber als "Obergrenze" gelten. Auch Kaiser bestätigte die Gespräche und dass die Sache noch nicht vom Tisch sei. Fraglich bleibt jedoch, ob der Beitrag des Landes aus dessen Zukunftsfonds stammen soll, das Land Kärnten hat sich bis jetzt gegen eine solche Lösung gewehrt.

Einlagen zu anderen Kreditinstituten transferiert

Das Land Kärnten hat knapp vor der Verstaatlichung der Hypo Alpe Adria im Dezember 2009 Einlagen in Millionenhöhe aus der Bank abgezogen. Das berichtet das am Montag erscheinende Nachrichtenmagazin "profil" am Samstag vorab. "Unter den größten Einlagenabflüssen waren die des Landes Kärnten", sagte die Vorsitzende der Hypo-Untersuchungskommission Irmgard Griss.

Laut "profil" soll das Land Kärnten bzw. dem Land nahestehende Rechtsträger zwischen 10. und 11. Dezember 2009 Einlagen in der Höhe von insgesamt 107 Millionen Euro aus der damaligen Hypo Österreich (heute Austrian Anadi Bank AG) abzogen und diese zu anderen Kreditinstituten transferierten haben. Dadurch sei die ohnehin prekäre Liquiditätssituation der Bankengruppe weiter verschärft worden. Erst nach der Verstaatlichung musste sich das Land gegenüber der Republik verpflichten, die Geschäftsbeziehungen zur Hypo "zu marktkonformen Konditionen im bisherigen Umfang aufrechtzuerhalten", also das zuvor abgezogene Geld wieder einzubezahlen - was auch geschah.