Erstellt am 01. Juli 2014, 11:15

Arbeitslosigkeit um 12,8 Prozent gestiegen. Die Arbeitslosigkeit in Österreich ist weiter gestiegen: Im Juni 2014 waren 354.639 Menschen auf Jobsuche - 40.232 mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

281.566 davon waren arbeitslos gemeldet, während 73.073 Schulungen absolvierten. Die nationale Arbeitslosenquote lag bei 7,4 Prozent - ein Plus von 0,9 Prozentpunkten, so das Sozialministerium am Dienstag mitteilte.

Besonders eklatant fiel der Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Ausländern, Personen über 50 Jahren und Behinderten aus. Während der Gesamtanstieg 12,8 Prozent betrug, schnellte die Zahl bei Ausländern um 29,1 Prozent in die Höhe, bei älteren Arbeitssuchenden um 23,4 Prozent und bei Behinderten um 26,3 Prozent.

Im Gegenzug lag der Zuwachs bei Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren mit 10,1 Prozent unter dem allgemeinen Durchschnitt.
 

Den höchsten Anstieg mit Blick auf die Bundesländer hat Wien mit 21,3 Prozent zu verzeichnen - dicht gefolgt von Oberösterreich mit 20,8 Prozent. Das geringste Plus verzeichnete mit 6,8 Prozent Vorarlberg. Tirol liegt mit 10 Prozent Anstieg auf dem zweitbesten Platz, wobei hier auch mit 14,9 Prozent das größte Plus bei den Schulungsteilnehmern anfällt, die in der Statistik nicht aufscheinen.

Bei der Trennung nach Geschlechtern sind die Männer mit einem Anstieg um 17,3 Prozent oder 22.608 Personen auf 153.620 Arbeitslose stärker betroffen als die Frauen. Hier fiel der Zuwachs mit 15 Prozent oder 16.716 auf 127.946 Beschäftigungslose moderater aus.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die länger als ein Jahr auf der Suche sind, schnellte gar um 78,7 Prozent auf 11.605 Betroffene in die Höhe. Im Gegenzug stieg die Zahl der unselbstständig Beschäftigten um 0,5 Prozent auf 3,538.000 Personen.

Bei den Lehrlingen ist die Entwicklung hingegen ebenfalls negativ: So wird für Juni mit 6.389 Lehrstellensuchenden ein deutliches Plus von 46,3 Prozent oder um 2.023 Personen verzeichnet. Zugleich ging die Zahl der gemeldeten offenen Lehrstellen um 4,3 Prozent (121 Stellen) auf 2.704 zurück - die Lücke zwischen Suchenden und freien Stellen beträgt somit 3.685.

Bei der Unterscheidung nach einzelnen Branchen wird deutlich, dass nach wie vor insbesondere der Bau schwächelt. Hier gab es ein Plus von 24,1 Prozent auf 20.384 vorgemerkte Arbeitslose. Geringer fiel da der Zuwachs bei den Zeitarbeitsfirmen (plus 17 Prozent), im Handel (plus 16,3 Prozent) und in den Gesundheitsberufen (plus 14,4 Prozent) aus. Und auch der Tourismus meldet einen Anstieg der Arbeitslosen von 11,8 Prozent.

Sozialminister Rudolf Hundstorfer verwies am Dienstag auf die nach wie vor geringste Arbeitslosenquote Österreichs in der Europäischen Union. Zugleich reiche das Wirtschaftswachstum nicht aus, vor allem auch benachteiligten Gruppen den (Wieder-)Einstieg in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen. "Um neue Impulse für die Inlandsnachfrage zu schaffen, ist eine Senkung der Steuern auf Arbeit unbedingt notwendig", plädierte Hundstorfer für eine baldige Steuerreform.