Erstellt am 04. Mai 2015, 10:47

von APA/Red

Arbeitslosigkeit weiterhin auf Rekordniveau. Die Arbeitslosigkeit ist in Österreich im April im Vergleich zum Vorjahresmonat weiter gestiegen und verharrt damit auf Rekordniveau: Ende April waren 419.875 Personen ohne Job, um 7,6 Prozent mehr als vor einem Jahr, teilte das Sozialministerium am Montag mit.

Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition stieg im Jahresabstand um 1,0 Prozentpunkte auf 9,1 Prozent. Im Vergleich zu Ende März sank hingegen die Zahl der Arbeitslosen und Schulungsteilnehmer. Damals waren rund 429.000 ohne Job.

Ende April gab es 351.985 vorgemerkte Arbeitslose, das waren um 14,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Zahl der Schulungsteilnehmer beim AMS verringerte sich aufgrund der laufenden Kursreform um 18 Prozent auf 67.890 Personen.

Trotz schwächelnder Konjunktur ist die Beschäftigung in Österreich im April weiter gestiegen. Die Zahl der aktiv unselbstständig Beschäftigten erhöhte sich per Ende April laut einer vorläufigen Prognose um 21.000 Personen (plus 0,6 Prozent) auf 3,41 Millionen. Die Anzahl der gemeldeten offenen Stellen ist leicht um 52 (plus 0,2 Prozent) auf 27.707 gestiegen.

Arbeitslose müssen in Österreich immer länger nach einem Job suchen. Die Arbeitssuche bei vorgemerkten Arbeitslosen lag per Ende April im Schnitt bei 116 Tagen und dauerte damit um acht Tage länger als im Vorjahresmonat. Zum Vergleich: Im Jahr 2009 lag die durchschnittliche Verweildauer bei 97 Tagen.

Hundstorfer hofft auf Konjunkturbelebung durch Deutschland

"Sollte der Konjunkturaufschwung bei unserem Haupthandelspartner Deutschland anhalten, so werden das auch die österreichische Betriebe über kurz oder lang spüren", kommentierte Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) die aktuellen Arbeitslosenzahlen am Montag in einer Aussendung. Die steuerliche Entlastung der Einkommen, die Wohnbauinitiative und der Ausbau der Beschäftigungsinitiative für Personen ab 50 würden allerdings erst nächstes Jahr stärker auf die Gesamtbeschäftigung wirken.

Hundstorfer betonte erneut, dass die Sozialpartner beim Bonus-Malus für Ältere "möglichst rasch" zu Verhandlungsergebnissen kommen müssten. Angebotsentlastende Maßnahmen für den Arbeitsmarkt wären auch der Abbau von übermäßigen Überstunden und zusätzliche Erholungstage für Personen die schon lange im Arbeitsleben stehen.

Überdurchschnittlich stark vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen waren per Ende April im Vergleich zum Vorjahresmonat erneut Ausländer (+24,9 Prozent), behinderte Personen (+17,4 Prozent) und Ältere ab 50 Jahren (+17,2 Prozent). Im Vergleich etwas weniger dramatisch entwickelte sich die Lage bei Jugendlichen (15 bis 24 Jahre), hier gab es einen Zuwachs um 8,3 Prozent. Die Arbeitslosenzahlen stiegen bei Männern (+16,3 Prozent) stärker als bei Frauen (+12,2 Prozent).

Den stärksten Anstieg der Arbeitslosigkeit nach Branchen gab es Ende April im Bereich der Leiharbeit (+16 Prozent), im Gesundheits- und Sozialwesen (+13,6 Prozent) und am Bau (+12,4 Prozent).

Der größte Zunahme von Arbeitslosen nach Bundesländern wurde per Ende April in Wien mit plus 24,2 Prozent auf 122.347 Personen verzeichnet, gleichzeitig sank aufgrund der AMS-Kursreform die Anzahl der Schulungsteilnehmer um 28,3 Prozent auf 24.924. In Niederösterreich stieg die Zahl der Arbeitslosen um 13,4 Prozent und reduzierte sich die Anzahl der Schulungsteilnehmer um 16 Prozent auf 9.614. Den geringsten Arbeitslosenzuwachs gab es in Salzburg (+5,6 Prozent). Salzburg war aber das einzige Bundesland mit einem Anstieg der Schulungsteilnehmer (+4,3 Prozent).

Per Ende April waren um 7 Prozent mehr Lehrstellensuchende vorgemerkt. Dem stand eine Zunahme um 1,6 Prozent beim Bestand an gemeldeten offenen Lehrstellen gegenüber. Damit ist die Lehrstellenlücke um 264 auf 1.673 angestiegen.