Erstellt am 04. September 2014, 11:04

Argentinien beendete deutschen WM-Rausch. Bei der 2:4-Niederlage in der Neuauflage des WM-Finales gegen Argentinien setzte es für die deutsche Nationalmannschaft erstmals nach 18 ungeschlagenen Spielen wieder eine Niederlage.

Obwohl das deutsche Team unter Trainer Joachim Löw nur einmal mehr Gegentore erhalten hat, macht er sich für die anstehende EM-Qualifikation keine Sorgen. Zu viele etablierten Kräfte fehlten gegen die Südamerikaner.

„Wir brauchen ein bisschen Geduld und Zeit"

„Ich mache mir keine Sorgen", verkündete der Bundestrainer schon kurz nach der Niederlage. Zu viele Ausfälle und die mangelnde internationale Erfahrung einiger Spieler wären die Gründe für die Pleite. „Wir brauchen ein bisschen Geduld und Zeit", erklärte der 54-jährige Löw, unter dessen 113 Spiele langer Regentschaft das deutsche Team bisher nur bei der 3:5-Testspielniederlage gegen die Schweiz mehr Tore kassierte.

Im Hinblick auf die für Deutschland am Sonntag gegen Schottland beginnende EM-Qualifikation muss Löw dennoch reagieren: „Ich denke, dass ich den einen oder anderen nachverpflichten werde, weil die Decke ein bisschen dünn ist. Ich brauche auf der einen oder anderen Position noch Alternativen", sagte der Trainer.

Schalke-Jungstar Julian Draxler musste gegen die um Revanche spielenden Argentinier schon nach einer halben Stunde wegen einer Oberschenkelzerrung vom Platz. Der Mittelfeldspieler wird gegen die Schotten ebenso ausfallen wie Mesut Özil, der an Knöchelproblemen laboriert.

Abwehr zeigte sich zu anfällig

Und auch beim Dortmunder Mats Hummels "sieht es nicht gerade gut aus", berichtete Löw. Die Weltmeister Sami Khedira, Shkodran Mustafi und der am Dienstag zum neuen Kapitän ernannte Bastian Schweinsteiger stehen ebenfalls nicht zur Verfügung. Die Deutschen hoffen noch auf eine Rückkehr von Bayern-Verteidiger Jerome Boateng, der gegen die "Gauchos" wegen einer leichten Entzündung im Knie pausierte.

Vor allem die neu zusammengestellte Abwehr mit Großkreutz, Ginter, Höwedes und Durm zeigte sich vor über 51.000 Zuschauern in Düsseldorf zu anfällig, um den Weltklasse-Angriff der Südamerikaner rund um Angel Di Maria und Sergio Aguero zu stoppen.

„Wir haben hinten keine gute Organisation gehabt und schlecht verteidigt in den wichtigen Situationen", analysierte Ersatzkapitän Manuel Neuer. Nach 50 Minuten stand es durch Tore von Aguero, Erik Lamela, Federico Fernandez und des überragenden Di Maria 0:4. Andre Schürrle (52.) und WM-Goldtorschütze Mario Götze (78.) grenzten den Schaden für den Weltmeister am Ende zumindest noch ein.

„Ich glaube, es ist ein Stück weit normal"

„Wir waren ineffizienter. Dass es in einem auf dem Platz gefühlt ausgeglichenen Spiel zwischendurch 0:4 steht, hat mich gewundert", gestand Toni Kroos. Vor allem Mario Gomez, der sein Comeback im DFB-Team feierte, vergab gleich drei Topchancen und ernte prompt Pfiffe bei seiner Auswechslung.

„Ich glaube, es ist auch ein Stück weit mittlerweile normal", will sich der Fiorentina-Stürmer bereits daran gewöhnt haben. Rückendeckung erhielt Gomez von Trainer Löw: „Grundsätzlich geht es einfach nicht, dass ein Spieler der deutschen Nationalmannschaft ausgepfiffen wird, nur weil er die eine oder andere Chance liegengelassen hat."