Erstellt am 15. Juli 2014, 11:15

Arzt gestalkt und bedroht. Ein 44-jähriger Salzburger hätte am Dienstag wegen beharrlicher Verfolgung und gefährlicher Drohung eines hochrangigen Arztes in Salzburg vor Gericht stehen sollen.

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Doch der Angeklagte, der dem Mediziner wegen dessen Gutachten offenbar die Schuld an seinem Führerscheinentzug gibt, ist vor Strafrichter Philipp Grosser nicht erschienen und war auch für die Polizei unauffindbar.

Der Augenarzt erhielt von Februar bis Herbst 2013 mehrere SMS mit beängstigendem Inhalt: "Sie werden wie ein Dreckschwein abgeschlachtet", "Heil Hitler, du Judensau, dein Leben ist bald zu Ende", "jetzt ist es so weit, meine Leute haben den Plan, Sie und Ihre Familie zu vernichten" und "tick tick bumm", war da zu lesen. Laut Anklage verwies der Absender auf Bombenleger Franz Fuchs.

Das Opfer des Stalkings brachte eine Anzeige ein. Die Polizei ortete per Handypeilung den Standort des Mobiltelefons, von dem die bedrohlichen Nachrichten gesendet wurden. Der Standort befand sich im Bereich der Wohnadresse des Beschuldigten. Doch der arbeitslose Mann hatte im Vorverfahren seine Unschuld beteuert.

Der Salzburger hat eine Sehbehinderung, er soll auf einem Auge fast blind sein. Sein Berufswunsch, Taxifahrer zu werden, hat sich trotz bestandener Führerscheinprüfung bisher nicht erfüllt. Eine Taxibewilligung erhielt er nicht. Im Jahr 2012 verlor er offenbar auch wegen seiner Sehbehinderung den Führerschein.

Richter Grosser und Staatsanwältin Sabine Krünes warteten heute am Landesgericht Salzburg vergeblich auf den Angeklagten. Die Ladung zu dem Prozess hatte der 44-Jährige allerdings behoben. Der Richter vertagte schließlich die Verhandlung auf unbestimmte Zeit.