Erstellt am 18. Juni 2015, 11:53

von APA/Red

Asyl-Regierungstreffen: Babler lädt ein. Für die von der Regierungsspitze ins Auge gefassten Treffen zum Thema Asyl gibt es noch keine fixen Termine. Der Bürgermeister der Flüchtlingslager-Gemeinde Traiskirchen, Andreas Babler (SPÖ) regte nun an, ein Treffen vor Ort im Rathaus abzuhalten und verwies erneut auf untragbare Zustände im Lager.

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Am Donnerstag hieß es aus dem Kanzleramt, man sei noch bei der Termin-Koordinierung. Das bereits für Montag und notfalls auch für Mittwoch zu Krisenrunden ins Kanzleramt geladen werde, wollte man im Kanzleramt nicht bestätigen. Auch die Einladung Bablers werde man wohl nicht folgen, die Treffen würden wohl in Wien stattfinden, hieß es.

Flüchtlinge ohne fixen Schlafplatz

Zu den von der laut Caritas 700 fehlenden Schlafplätzen im Lager Traiskirchen sagte Babler, ihm würden zahlreiche Berichte über Flüchtlinge zugetragen, die keinen fixen Schlafplatz hätten. Der Bürgermeister kritisierte, dass er seitens der Verantwortlichen derzeit keine aktuellen Zahlen darüber bekomme, wie viele Flüchtlinge sich im Lager aufhalten. Die von der Caritas zuvor genannte Zahl von 3.000 Personen hält er für realistisch.

Es sei ein "Wahnsinn, dass man diese Menschen alle nach Traiskirchen bringt", sagte Babler, der vor allem auf das Schicksal der unbegleiteten Kinder und Jugendlichen verwies. In der Stadt könne man die Masse von Menschen "infrastrukturell fast nicht mehr bewältigen", sagte er. "Das geht nicht länger, wir sind am Limit."

"Nicht die Menschen, sondern
die Massenlager schaffen Probleme."

Gleichzeitig betonte Babler, dass nicht die Flüchtlinge selbst, sondern die Politik das Problem seien: "Nicht die Menschen, sondern die Massenlager schaffen Probleme." Und er sei "sehr stolz darauf, dass die Traiskirchner trotz aller Probleme ihren Zorn nicht auf die Flüchtlinge, sondern auf die Verantwortlichen richten".

Babler war am Donnerstag am Weg zu SP-Kubobmann Andreas Schieder, um über die Lage im Flüchtlingslager zu sprechen. Er woll auch auf die Regierungsfraktionen Druck machen, sagte er.