Erstellt am 08. November 2014, 19:06

von APA/Red und Christoph Dworak

Darabos verlangte sofortigen Rücktritt von Höbart. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos hat den sofortigen Rücktritt des geschäftsführenden niederösterreichischen FP-Chefs Christian Höbart gefordert, nachdem dieser auf Facebook Asylwerber angegriffen hat. Höbart nimmt die Kritik gelassen.

Dessen Aussagen seien "rassistisch und zutiefst menschenverachtend": "Wer Asylwerber als 'Erd- und Höhlenmenschen' bezeichnet, hat in der Politik nichts verloren", so Darabos am Samstag laut einer Aussendung.

FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache müsse sich deutlich von den Äußerungen seines Parteifreundes distanzieren und dafür sorgen, dass sich Höbart "umgehend aus allen politischen Funktionen zurückzieht".

Darabos distanziert sich auch von Mikl-Leitner-Aussagen

Kritik übte Darabos zudem an Aussagen von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). "Wenn die Ministerin den berechtigen Hinweis von Bürgermeister Andreas Babler auf die untragbaren Zustände im Flüchtlingslager Traiskirchen mit den ausländerfeindlichen Kommentaren Höbarts gleichsetzt, dann fehlt mir hier jedes Verständnis."

Mikl-Leitner hatte den SPÖ-Bürgermeister und den FPÖ-Politiker in einer Aussendung am Samstag als Scharfmacher bezeichnet und davor gewarnt, dass sich "verschiedene Extremistengruppen gegenseitig befeuern".

Höbart nimmt die Kritik gelassen

Die eindeutigen Worte von Innenminiserin Johanna Mikl-Leitner, ÖVP,  und SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos nimmt Christian Höbart im NÖN-Gespräch locker.

Auch die Rücktrittsaufforderungen sind für ihn kein Thema: „Ich habe eine Stellungnahme ausgeschickt. Mehr ist dazu von meiner Seite nicht zu sagen“, betont Höbart.

x  |  NOEN, FPÖ
Nur so viel: „Jeder, der mich kennt, weiß, wie und was ich damit gemeint habe. Ich habe die Ausdrücke, die jetzt so kritisiert werden, auch bewusst in Anführungszeichen gesetzt.“

Die harsche Kritik sei überwiegend nur von der politischen Seite gekommen, „die Bevölkerung hat mir zu verstehen gegeben, dass ich den Nagel auf den Kopf getroffen habe“.

Komisch sei für ihn, dass „der Wirbel kurz danach losgegangen ist, als ich die Protestaktion für kommenden Donnerstag in Traiskirchen angekündigt habe. Ich denke, da kann sich jeder seinen Reim darauf machen“.   

Lesen Sie hier die Hintergründe:


Hier geht's zur Stellungnahme von Christian Höbart:



Liebe Freunde!
Nachdem ich heute den Protestmarsch mit unserem HC Strache am kommenden Donnerstag gegen das Asylchaos in Traiskirchen erfolgreich organisiert und medial angekündigt hatte, hat die Retourkutsche der Linken und Gutmenschen nicht lange auf sich warten lassen: nachdem ich auf der Facebook-Seite von Traiskirchen mit mehreren Postings Stellung GEGEN das immer mehr ausufernden Asylchaos und damit FÜR die Traiskirchner Bevölkerung bezogen hatte und kein Verständnis für die gestrigen Tumulte von Asylwerbern aus Afrika zeigen konnte, habe ich diese Asylwerber emotional und UNTER ANFÜHRUNGSZEICHEN als "Erd- und Höhlenmenschen" bezeichnet, die es nicht zu schätzen wissen, wie gut es ihnen bei uns – dem Gastgeberland Österreich – geht, wurde ich von unserer Gutmenschenfront und Möchtegern-Weltverbesserern medial ins Rampenlicht gestellt und ein "rassistischer Ausritt" unterstellt! 

Jeder, der etwas nachdenken kann, weiß ganz genau, dass die Diktion "Höhlenmenschen" einfach ein Synonym für Menschen ist, die unserer Kultur viele, viele Jahre hinterherhinken! 
Dagegen ist nicht das geringste zu sagen, den Beweis dafür kann jeder gerne antreten, wenn man sich mal nach Traiskirchen bemühen würde!

Leute, ich werde weiter für die Interessen der Österreicher und im Speziellen der Traiskirchner einstehen, für mich zählt "Österreich zuerst".
 

Hier meine offizielle Stellungnahme gegenüber der Austria Presse Agentur (APA): 

 "Wer die Ereignisse gestern am Traiskirchner Bahnhof miterlebt hat, kann davon nicht unberührt geblieben sein.  Möglicherweise habe ich in meinem berechtigt emotionalen Posting mit den Begriffen „Erd- und Höhlenmenschen“, die ich übrigens ganz bewusst unter "Anführungszeichen" gesetzt habe, etwas überzeichnet. 

Damit wollte ich in der Diskussion auf Facebook vor allem das unzivilisierte und unerhörte Benehmen vieler Asylwerber in Traiskirchen herausstreichen.

Man muss die Realität miteinbeziehen: Pöbeleien gegen die Traiskirchner Bevölkerung, junge Frauen trauen sich in Traiskirchen nicht mehr bei der Badner Bahn-Station aussteigen und werden von den Eltern an anderen Haltestellen abgeholt, mutwillige Vermüllungen im ganzen Stadtgebiet und die Vereinnahmung der ganzen Umgebung rund um das Erstaufnahmezentrum sowie die selbst geschaffenen hygienische Ausnahmezustände in den Unterkünften sind einfach kein Benehmen, dass man im Gastgeberland an den Tag legen darf. 

Die Österreicher sind mit Kriegsflüchtlingen aus langer Tradition immer gut umgegangen. Aber niemand darf verlangen, dass wir uns ausnützen lassen müssen bis Ende nie.

Wie viele alleinerziehende Mütter müssen mit ihren Kindern bei uns irgendwie von einen Tag auf den anderen überleben? Wie viele Mindestpensionisten bei uns wissen nicht, wie sie durch einen kalten Winter kommen werden? Ja, es macht mich betroffen und berührt mich emotional sehr, wenn ich mir ansehe, wie die Wirtschaftsflüchtlinge in Traiskirchen mit dem Geschenk einer warmen Unterkunft inkl. gutem Essen und Putztrupps umgehen.“