Erstellt am 14. Juli 2015, 09:23

von APA/Red

Offenbar Einigung im Atom-Deal mit dem Iran. In den Atom-Verhandlungen mit dem Iran in Wien gibt es offenbar eine Übereinkunft. "All die harte Arbeit hat sich ausgezahlt und wir haben eine Einigung erzielt", sagte ein iranischer Diplomat.

Iranische Delegation wirkt zuversichtlich  |  NOEN, APA

Auch aus westlichen Kreisen hieß es, der Atomstreit sei beigelegt. Für 11:30 Uhr wurde ein letztes Treffen der beteiligten Nationen angesetzt, anschließend ist eine Pressekonferenz geplant.

Verhandlungen dürften  Ziel erreicht haben

Die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm dürften damit endgültig das Ziel erreicht haben. Schon zuvor hatte die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Diplomaten gemeldet, ein Entwurf für die Einigung sehe vor, dass UNO-Inspektoren Zugang zu allen verdächtigen Anlagen im Iran haben sollen. Ein einmaliger Besuch auf dem Militärstützpunkt Parchin sei demnach auch erlaubt, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person in der Nacht zu Dienstag.

Die Nachrichtenagentur FARS wies den Bericht jedoch zurück. Das sei "Unsinn" zitierte FARS eine mit den Wiener Atomverhandlungen vertraute Quelle. Bei dem Reuters-Bericht handle es sich um "psychologische Kriegsführung", um die öffentliche Meinung kurz vor der Verkündung des Endergebnisses der Verhandlungen zu verunsichern, so die Quelle. Die iranische Führung, allen voran Revolutionsführer Ali Khamenei, hatte eine Inspektion von Militäranlagen kategorisch ausgeschlossen und von einer "roten Linie" gesprochen.

Von einem "historischen Tag der Freude und des Erfolgs für die iranische Bevölkerung, die Islamische Republik und die ganze Welt" sprach ein iranischer Diplomat gegenüber der APA. Freude herrschte auch unter den iranischen Journalisten. Das lange Warten auf diesen Moment habe nun endlich ein Ende, die Feiern im Iran würden nun bombastischer ausfallen, als man sich das vorstellen kann, meinte ein Medienvertreter aus Teheran: "(Außenminister) Zarif ist ein Nationalheld."

Diplomaten verhandeln seit mehr als zwei Wochen

Diplomaten der fünf UNO-Vetomächte USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich sowie Deutschlands verhandeln seit mehr als zwei Wochen in Wien mit dem Iran an der finalen Einigung über die Aufhebung von Sanktionen im Gegenzug für eine Beschränkung des iranischen Atomprogramms. Die Gespräche im Palais Coburg waren wiederholt verlängert worden. Auch das jüngste gemeinsame Zieldatum - der Montag - hatte wieder nicht gehalten werden können.

Zu den zuletzt noch offenen Punkten gehörte Diplomaten zufolge zuletzt noch das 2006 gegen die Islamische Republik verhängte UNO-Waffenembargo. Die Regierung in Teheran fordert eine sofortige Aufhebung dieses Verbots. Mit der Umsetzung erster Maßnahmen nach einer möglichen Einigung im Atomstreit wird im ersten Quartal 2016 gerechnet.

"Eine Einigung wäre ein Triumph der Diplomatie mit Gewinnern auf allen Seiten", hatte der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif Zarif am Montagabend im Kurznachrichtendienst Twitter geschrieben. Geplant ist dann auch eine Rede des iranischen Präsidenten Hassan Rohani in Teheran. Im Iran hat das Innenministerium inzwischen grünes Licht für Straßenfeste im Falle einer Einigung gegeben.