Erstellt am 10. Oktober 2014, 11:56

AUA für Ebola gerüstet. Obwohl die Austrian Airlines (AUA) die betroffenen Ebola-Gebiete in Westafrika nicht direkt anfliegen, ist das Personal für den - unwahrscheinlichen - Fall, dass ein Passagier entsprechende Verdachtssymptome aufweist, gerüstet.

"Wir nehmen das Problem natürlich sehr ernst, eine Panik ist aber völlig fehl am Platz", sagte AUA-Sprecher Peter Hödl. Grundsätzlich sei die Gefahr, dass ein an Ebola erkrankter Passagier auf einen AUA-Flug gelangt, extrem gering, da es keine Direktflüge in die betroffenen Gebiete gibt.

Passagiere aus den Krisenregionen werden bereits an den Flughäfen in Westafrika als auch an ihren Zieldestinationen darüber befragt, ob sie mit erkrankten Personen bzw. mit erregerhaltigem Material in Kontakt gekommen sind und werden auf Symptome kontrolliert.

Notfallplan für den Fall des Falles

Zudem ist nach derzeitigem Wissensstand Ebola erst dann übertragbar, sobald der Betroffene etwa drei Wochen nach der Infektion Symptome zeigt. Dann verschlimmert sich die Krankheit allerdings binnen weniger Stunden so schlimm, dass der Patient - etwa im Gegensatz zu einer regulären Grippe - gar nicht mehr in der Lage wäre, die Flugreise anzutreten, sagte Hödl. Dass ein infizierter Passagier an Bord eines Kurz- oder Mittelstreckenflug Symptome entwickelt, ist daher äußerst unwahrscheinlich, denkbar ist dies theoretisch lediglich bei Langstreckenflügen.

Tritt ein Verdachtsfall auf, geht die Crew gemäß dem Notfallplan vor. Zuerst wird bei dem Betroffenen Fieber gemessen und er wird befragt, ob er in den vergangenen 21 Tage in der Krisenregion gewesen ist bzw. mit dem Virus in Berührung gekommen sein könnte. Falls dies der Fall sein sollte, werden umgehend die Einsatzkräfte am Boden informiert, die dann die weiteren Schritte kontrollieren.

Mundschutzmasken für Passagiere

Grundsätzlich werden auf allen AUA-Flügen Kits mit Handschuhen, Schutzmasken, Fieberthermometer und Händedesinfektionsmittel mitgeführt. Für die Passagiere stehen zusätzlich Mundschutzmasken bereit, die im Fall von Ebola allerdings gar nicht nötig sind, da sich das Virus nach derzeitigem Wissenstand nur über Körperflüssigkeiten und nicht über die Luft verbreitet.

Den verstärkten Sicherheitsvorkehrungen auf einigen Flughafen steht die AUA grundsätzlich positiv gegenüber, solange es sich auch um sinnvolle Maßnahmen handelt. Die Fluglinie warnte aber davor, dass durch überzogene Reaktionen ein enormer wirtschaftlicher Schaden entstehen könnte.