Erstellt am 15. September 2015, 13:28

von APA/Red

Aufgewertetes Wiener Stadthallenturnier hofft auf Djokovic. Das Erste Bank Bank Open wartet für seine heurige Auflage vom 19. bis 25. Oktober in der Wiener Stadthalle trotz der Aufwertung auf 500er-Status noch auf die Zusage eines absoluten Tennis-Topstars.

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Die Chance auf einen aus den "Big Four" sei absolut realistisch, wie es am Montag auf einer Pressekonferenz in der Wiener Staatsoper hieß. Sogar US-Open-Sieger Novak Djokovic sei noch ein Thema. Der Serbe wird im restlichen Jahresverlauf kürzertreten, nachdem er sich am Sonntag (Ortszeit) in New York seinen zehnten Grand-Slam-Titel geholt hatte. Der Nummer-1-Status in der Weltrangliste am Jahresende ist ihm nicht mehr zu nehmen. In den drei Turnierwochen vor dem World-Tour-Finale ab 15. November in London will sich der 28-Jährige für das Saisonfinale jedoch sehr wohl "einschlagen".

41. Wien-Auflage hat gute Karten

Und die 41. Wien-Auflage könnte da als neues 500er gute Karten haben, denn Basel (500) und Valenica (250) in der Woche darauf sind für den "Djoker" keine Option. Bliebe Paris (1000) Anfang November als Alternative, fraglos eine starke Konkurrenz für Wien (Aktueller Cut-off 59). Turnierdirektor Herwig Straka hat im Tauziehen um Djokovic ein Ass im Ärmel: "Wir werden wahrscheinlich den gleichen Belag haben wie Paris und London."

Die Belagwahl in Wien ist entscheidend, stehen doch extrem starke Aufschläger im Feld. Hinter dem derzeit topgesetzten Spanier David Ferrer - Straka: "Nach seiner Finalniederlage vom Vorjahr wollte er unbedingt wieder kommen." - folgen Milos Raonic (CAN/9.), US-Open-Viertelfinalist Kevin Anderson (RSA/12.), John Isner (USA/13.), Ex-Wien-Sieger Jo-Wilfried Tsonga (FRA/17.) und Ivo Karlovic (CRO/18.).

Dominic Thiem aktuelle Nummer 7 des Turniers

Dominic Thiem (20.) würde als aktuelle Nummer 7 des Turniers daher im Viertelfinale ein Topaufschläger drohen. "Es ist extrem aufschlaglastig das ganze Feld", sagte Thiem. "Ich hoffe aber, dass sie den Platz extrem langsam machen." Straka will diesem Wunsch weitgehend entsprechen: "Es soll nicht nur Aufschlagsspiele geben, aber auch nicht zu langsam sein. Wir brauchen ein gesundes Mittelmaß, es muss fair bleiben."

Im Streben um weitere Top-Ten-Spieler neben Ferrer (8.) und Raonic (9.) hofft Straka einerseits auf einen weiteren Vorstoß von Anderson (12.) - "Ich rechne damit, dass er in der Wien-Woche Top Ten ist" -, vor allem aber auf Roger Federer (2.). Da Wien ab nächstem Jahr eine Woche später und parallel mit Federers Fixpunkt Basel stattfinden wird, bietet sich heuer die letzte Möglichkeit auf den 34-jährigen Rekord-Grand-Slam-Sieger.

Straka ist diesbezüglich laufend mit Tony Godsick in Kontakt, Manager des zweifachen Wien-Siegers (02,03). Das Bemühen um Federer könnte sich noch ziehen, 2014 haben Ferrer und der spätere Turniersieger Andy Murray erst am Freitag vor Turnierbeginn quasi in letzter Minute zugesagt. Der Schotte (3.) ist auch heuer noch nicht aus dem Rennen, sehr wohl Stan Wawrinka (4.). Der Schweizer spielt die Woche darauf in Basel.

Der Japaner Kei Nishikori (6.) steht aufgrund seiner starken Präsenz davor in Asien nicht zur Verfügung, alle weiteren aus den Top Ten aber noch auf Strakas Liste. Es sind das der Tscheche Tomas Berdych (6.), der Spanier Rafael Nadal (7.) und der Franzose Gilles Simon (10.). Speziell für Nadal könnte ein Wien-Besuch nötig werden. Straka: "Er wird noch am ehesten die Punkte für das World-Tour-Finale (Anm.: Top 8) brauchen."

Siebenstelliges Startgeld für Topstar

Kleiner positiver Nebeneffekt, dass sich die Topstars noch Zeit lassen, ist, dass auch deren Preis fällt. Für einen Topstar kann normal schon ein siebenstelliges Startgeld fällig werden. "Aber nur am Anfang des Jahres", erläuterte Straka. "Man kauft ja da die ganzen Werberechte mit." Bei einer kurzfristigen Nennung sei daher an Werbung fast gar nichts mehr möglich. "Murray ist daher um ein Viertel seines Preises gekommen."

Angesichts dieses "Sparpostens" ist Straka zuversichtlich, heuer kein Minus zu schreiben, obwohl nach der Turnier-Aufwertung nur knapp ein halbes Jahr für die Aufbringung des seit dem Vorjahr auf ca. 6 Mio. Euro verdoppelten Budgets Zeit bleibt. "Es sieht gut aus, dass wir mit Null bilanzieren." Im Laufe des Dienstag sollte das ATP-Direktorium in einem "Conference Call" Wiens 500er-Status für unbegrenzt absegnen.

Dann soll vielleicht schon 2016 ein dritter Match-Court dazukommen. Dieser wird heuer nach Einholung von vier Magistratsbewilligungen zwölf Meter hoch für Training vor der Stadthalle errichtet. Jedermann kann dann kostenlos die Sessions der Stars mitverfolgen. Das zeigt, dass mit dem 500er viel Neues möglich ist. Turnier-Botschafter Thomas Muster: "Mit dem 250er ist man gegen eine Wand gelaufen."