Erstellt am 09. Juni 2015, 19:56

von APA/Red

Teils schwere Schäden nach Unwettern. Schwere Unwetter haben in den vergangenen Tagen vor allem in Tirol, aber auch in Salzburg, Ober- und Niederösterreich für zum Teil verheerende Schäden gesorgt.

Gewitter löste in Ohlsdorf (OÖ) Mure aus  |  NOEN, APA (FF OHLSDORF)

Die Wetterlage ist laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) dabei noch keineswegs entspannt. Der Schaden nach den jüngsten Unwettern in Tirol beträgt laut Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) rund 30 Millionen Euro.

50 Prozent des Privatschadens in Tirol sollen aus Mitteln des Katastrophenfonds übernommen werden. Dies erklärten Landeshauptmann Günther Platter und Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) am Dienstagabend nach einem Lokalaugenschein in den Gemeinden bei einer Pressekonferenz in Innsbruck.

Rund vier Millionen Euro der geplanten Beihilfe werde das Land Tirol als Soforthilfe ausbezahlen, sagte Platter. Dabei könne man auf Rücklagen zurückgreifen, die seit der Hochwasserkatastrophe 2005 gebildet wurden. Für die Wiederherstellung von Wohnungen und Eigenheimen werde außerdem ein Sonderförderungsprogramm im Rahmen der Wohnbauförderung und der einkommensunabhängigen Wohnhaussanierung aufgelegt.

Rund 3.000 Menschen im Einsatz

Von einer "katastrophalen Situation" und einem "wahrlich schrecklichen Anblick" sprachen der Landeshauptmann und die Innenministerin nach ihrem Lokalaugenschein im Sellrain- und im Paznauntal. Finanzminister und Vizekanzler hätten den Betroffenen sofort Hilfe aus dem Katastrophenfonds zugesichert, sagte Mikl-Leitner. Sowohl der Landeshauptmann, als auch die Innenministerin zeigten sich angetan vom Einsatz der Helfer. "Rund 3.000 Menschen sind in den Gemeinden derzeit im Einsatz", fügte Platter hinzu.

"An der Wiederherstellung der Straßenverbindungen wird mit Hochdruck gearbeitet", versichert Straßenbau- und Katastrophenschutzreferent LHStv. Josef Geisler (ÖVP). Die Sellraintalstraße werde jedoch für längere Zeit nicht passierbar sein. Auch das gebrochene Geschiebebecken im Paznauntal soll möglichst rasch wieder aufgebaut werden, sagte Geisler.

Die in der Nacht auf Montag evakuierten Personen seinen großteils bei Freunden und Verwandten unterkommen. "Der Zustand der Häuser und Wohnungen muss nun genau bewertet werden. Erst wenn die Experten Entwarnung geben, können die Menschen wieder zurück in ihre Häuser. Sicherheit ist das oberste Gebot", betonte der Landeshauptmann.

Brände nach Blitzeinschlägen

Die Aufräumarbeiten nach den verheerenden Unwettern am Sonntag und Montag im Sellrain- und im Paznauntal in Tirol werden wohl mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Teilweise waren Häuser bis in den ersten Stock mit Schlamm, Schotter und Erdreich verschmutzt, Straßen unterspült bzw. weggerissen und Gebäude von Muren umschlossen, berichtete ein Sprecher des Bundesheeres. Das Heer stand mit insgesamt rund 250 Mann im Einsatz, davon 150 in der Gemeinde Sellrain, der Rest in der Gemeinde See im Paznaun.

Starke Gewitter richteten am Montag auch in mehreren Salzburger Gemeinden Schäden an. In St. Koloman und Pfarrwerfen setzten Blitze Gebäude in Brand, vor allem im Pinzgau mussten die Feuerwehren zu Pumpeinsätzen ausrücken. Aufregung gab es zwischenzeitlich auch unter Asylwerbern in der Zeltstadt bei der Landespolizeidirektion, weil durch starken Regen Wasser in einige Zelte gelangt war.

Auch in Oberösterreich sorgten schwere Unwetter mit großen Wassermengen in einigen Bezirken für Überflutungen und Vermurungen. In der Nacht auf Dienstag waren 1.500 Feuerwehrleute bei 660 Einsätzen aktiv. In Wallern an der Trattnach (Bezirk Grieskirchen), wo Katastrophenalarm ausgerufen wurde, waren Dienstagvormittag noch 20 Feuerwehren im Einsatz. In Ohlsdorf (Bezirk Gmunden) wurde eine Schottermure ausgelöst, oberhalb der Ohlsdorfer Straße ab wurde die Fahrbahn auf einer Länge von etwa zehn Metern einen Meter hoch verschüttet.

Weiterhin teils kräftige Regenschauer

Auch einige Straßen waren überflutet. Heftige Regenfälle haben am Montagabend auch im Bezirk Amstetten zu kleinräumigen Überflutungen geführt. Betroffen waren insbesondere St. Valentin und Haag. Vereinzelte Unwettereinsätze gab es nach Feuerwehrangaben u.a. auch in Wieselburg (Bezirk Scheibbs), Altenmarkt und Pöggstall (Bezirk Melk).

In den nächsten Tagen stehen laut ZAMG weiterhin teils kräftige Regenschauer und Gewitter an der Tagesordnung; und zwar auch in den bisher nicht betroffenen südöstlichen Landesteilen. Stellenweise sind auch Unwetter möglich, mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. Mit Gewittern ist bis zum Wochenende hin zu rechnen, am geringsten dürfte die Gefahr noch am Freitag sein.