Erstellt am 29. Juli 2014, 18:52

Auftaktniederlage für Jürgen Melzer in Kitzbühel. Die fehlende Matchpraxis und die Probleme mit der rechten Schulter sind einfach zu groß gewesen. Jürgen Melzer verlor am Dienstag in der ersten Runde des mit 485.760 Euro dotierten ATP-Sandplatzturniers "bet-at-home Cup" in Kitzbühel gegen den Spanier Pablo Andujar (ATP-44) nach nur 1:20 Stunden 3:6,4:6.

Melzer erwischte einen klassischen "Kaltstart" und lag rasch 0:3 zurück. "Ich habe schlecht begonnen", gestand der Deutsch-Wagramer, "mir fehlt einfach die Matchpraxis und die Anspannung war schon sehr groß". Doch dann fand Melzer besser ins Spiel. Im zweiten Satz begann er viel besser und hatte beim Stand von 2:1 drei Breakbälle zum 3:1. "Aber die habe ich einfach fürchterlich gespielt", sagte Melzer, die Nummer 67 der Welt. Andujar schaffte das 2:2 und sofort das Break zur 3:2-Führung. Damit war eine Vorentscheidung gefallen, denn bei eigenem Service gab sich der 28-Jährige keine Blöße mehr.

Schulterprobleme als massive Leistungsbremse

Als Gründe für seine Erstrundenniederlage nannte Melzer, dass sein Gegner von der Grundlinie einfach zu dominant gewesen sei, aber auch, dass er aufgrund der Schulterprobleme beim Aufschlag nur 65 bis 70 Prozent bringen konnte. Melzer bestritt seit der Erstrunden-Niederlage in Wimbledon kein einiges Match. "Ich hatte auch seit fünf Wochen kein Aufschlagtraining mehr. Noch vor drei Tagen konnte ich nicht aufschlagen, so gesehen war es heute um 400 Prozent besser", erzählte er nach dem Spiel.

Melzer musste sich zuletzt überdies einer Zehenoperation unterziehen, die bereitete ihm jedoch keine Probleme: "Diese starken Schmerzen sind weg, darüber bin ich glücklich", sagte der 33-Jährige. Jedoch pendelte Melzer, der sich seit der Vorwoche in Kitzbühel auf das Turnier vorbereitete, fast täglich zum Chiemsee, um seine Schulter behandeln zu lassen. "Ich habe in dieser Woche bereits 30 Spritzen bekommen", erzählte er und dementierte, dass er an der Schulter operiert wurde.

Ganz fit ist Melzer aber noch nicht und wird es vielleicht auch nie mehr werden

"Es wird darauf hinauslaufen, dass ich lerne, mit den Schmerzen zu leben", sagte Melzer, schob aber gleichzeitig Gedanken an ein mögliches Karriereende weit von sich: "Dazu macht es mir noch viel zu viel Spaß zu spielen." Und schon hat Melzer sein nächstes Ziel vor Augen: Im Kitzbüheler-Doppelbewerb will er zusammen mit seinem Bruder Gerald das Halbfinale erreichen.

Sofort nach Kitzbühel will Jürgen Melzer nach Übersee reisen, um die Hardcourt-Saison zu bestreiten. Er hat für das Turnier in Toronto nicht genannt, hofft aber dennoch in den Bewerb zu rutschen, da er der erste Ersatzmann ist. "Höhepunkt werden die US-Open sein, da will ich dann wieder richtig mitmischen", betonte Melzer, der eventuell bei einem Spezialisten in New York seine Schulter untersuchen lassen will.

Nach dem Erstrunden-Aus der Melzer-Brüder Jürgen und Gerald sind nur noch Andreas Haider-Maurer und Dominic Thiem in Kitzbühel im Achtelfinale am Mittwoch vertreten.