Erstellt am 11. Juni 2014, 15:58

von APA/Red

Auftaktsieg gegen Kroatien für Brasilien Pflicht. Gastgeber Brasilien und Kroatien eröffnen am Donnerstag (22 Uhr) die 20. Fußball-WM.

Superstar Neymar und Co. werden vor dem Startschuss zu ihrer ersten Heim-WM seit 1950 als Topfavorit gehandelt, alles andere als ein Sieg gegen die Kroaten in der Corinthians-Arena in Sao Paulo scheint in Brasilien undenkbar zu sein.

"Wir sind besser als die anderen Teams"

Teamchef Luiz Felipe Scolari hat es längst aufgegeben, die gigantische Euphorie ein wenig bremsen zu wollen. "Ich werde mir von Tag zu Tag sicherer: Wir werden Weltmeister", meinte Scolari und heizte stattdessen die Erwartungshaltung noch weiter an. "Ich weiß, dass wir die anderen Teams respektieren müssen. Aber wir sind besser als sie."

Gleichzeitig richtete Brasiliens Weltmeister-Trainer 2002 einen letzten Appell an die Fans, das Team voll zu unterstützen. "Saugt die WM-Stimmung auf und helft uns. Speziell, wenn wir Probleme haben. Denn dann könnt ihr den Unterschied ausmachen", sagte Scolari.

Mit dem WM-Anpfiff will der fünffache Rekordchampion alle Probleme hinter sich lassen und der Welt eine einzigartige Party bieten. "Die WM ist für das ganze Land eine große Chance. Ich hoffe, dass wir den Titel gewinnen können", beschrieb Legende Pele die Erwartungen.

Die Brasilianer bestreiten zum bereits vierten Mal ein WM-Eröffnungsmatch, neben einem Remis gegen Jugoslawien (1974) gab es Siege gegen Mexiko (1950) und Schottland (1998).

Auf Augenhöhe mit den Brasilianern

Die Kroaten fühlen sich in der Außenseiterrolle wohl. In den bisher zwei Länderspielen gegen die Brasilianer war man jeweils auf Augenhöhe gewesen, neben einem Test-1:1 2005 in Split gab es bei der WM 2006 in Berlin ein knappes 0:1.

Besonders ist die Lage für Eduardo Alves da Silva, dem in Rio de Janeiro geborenen kroatischen Teamstürmer. "Ich hätte nie gedacht, dass diese Situation einmal eintreten würde: als Brasilianer eine WM im eigenen Land zu spielen, aber im Trikot einer anderen Auswahl. Und dann treffen wir auch noch im Eröffnungsspiel aufeinander - so viele Zufälle gibt es doch gar nicht", sagte Eduardo.

Auf den Fußballplätzen des Stadtviertels Vila Kennedy lernte Eduardo als kleiner Bub das Fußballspielen. 1999, als er 16 Jahre alt war, erhielt der Stürmer eine Einladung von Dinamo Zagreb. Er packte seine Koffer und wechselte zum kroatischen Traditionsclub. 2002 nahm Eduardo die kroatische Staatsbürgerschaft an.

Kovac wittert die große Chance

Ob Eduardo in der Startelf steht, ist aber trotz des Fehlens von Mario Mandzukic (gesperrt) offen. Dasselbe gilt für Jorge Sammir Cruz Campos, dem Sammir genannten, ebenfalls in Brasilien geborenen Mittelfeldakteur der Kroaten.

Kroatiens Teamchef Niko Kovac wittert die Chance auf die große Sensation. Schließlich haben die Brasilianer nach Ansicht des langjährigen Salzburgers beim 1:0 im Test gegen Serbien "ein bisschen müde gewirkt".

"Außerdem ist der Druck auf die Gastgeber an jeder Ecke spürbar. Brasilien soll nicht nur Weltmeister werden, sondern auch in jedem Match für tolle Unterhaltung sorgen. Genau das ist unsere Chance", weiß Kovac. Die Taktik der Kroaten könne daher nur lauten, die Brasilianer zu entnerven: "Je länger wir eine kompakte Einheit sind, umso nervöser wird Brasilien."