Erstellt am 23. Mai 2014, 10:51

von APA/Red

Aufwärmen für heißen ÖFB-Herbst. Auf das österreichische Fußball-Nationalteam warten die letzten beiden Tests vor dem Beginn der Qualifikation für die WM 2016.

Dementsprechend groß ist die Bedeutung der Partien gegen Island und Tschechien auch für Leo Windtner. "Island und Tschechien sind eine gute Kombination, um für den heißen Herbst gerüstet zu sein", meinte der ÖFB-Präsident.

Nach dem 1:1 im ersten Ländermatch des Jahres in Klagenfurt gegen Uruguay geht es am 30. Mai in Innsbruck gegen Island. Am 3. Juni ist man in Tschechien zu Gast.

Dass mittlerweile rund 30.000 Abos für die ersten drei Quali-Heimpartien gegen Schweden, Montenegro und Russland verkauft worden sind, ist für Windtner äußerst erfreulich. "Das ist ein klares Indiz dafür, dass die österreichischen Fans dem Nationalteam wieder etwas zutrauen. Das spricht für das Auftreten, die Leistungen und die Entwicklung der Mannschaft."

Und dies sei auch eine "Bestätigung der Linie", die man gemeinsam mit Teamchef Marcel Koller durchzieht. "Das Verpassen der WM in Brasilien war ein Scheitern, keine Frage. Aber wir befinden uns auf einem Weg. Ein Projekt wurde gestartet, das mit der Teilnahme an der EM 2016 vollendet werden soll."

Die EM in Frankreich soll ein 18 Jahre langes Warten auf eine erfolgreiche Quali beenden. Als "Pflicht" kann und will sie Windtner aber nach wie vor nicht bezeichnen. "Diese Gruppe ist alles andere als leicht. Der Herbst ist bereits enorm wichtig, da stehen wichtige Punkte auf dem Spiel. Ergebnisse kann man nie garantieren, weil immer der Faktor Glück eine Rolle spielt. Ein ordentliches Auftreten aber schon. Genauso wie, dass sich die Mannschaft zerreißen wird", sagte Windtner.

Österreichs Stadioninfrastruktur als Dorn im Auge

Der ÖFB-Boss sieht die Truppe bereits durchaus als reif für die EURO an: "Mannschaft und Trainerstab haben die absolute Entschlossenheit, dieses Ziel erreichen zu wollen. Das ist deutlich zu spüren. Die Mannschaft ist dank Kollers Stammbildung zusammengewachsen und insgesamt gewachsen. Koller hat eine gute Mischung aufgebaut. Die letzte Synchronisation, aus den Einzelsportlern den perfekten Mix zu machen, schreitet voran."

Ein Dorn im Auge ist Windtner hingegen die Stadioninfrastruktur in Österreich, die auch eine Bewerbung für die europaweite EM 2020 unmöglich gemacht hat. Mit Ausnahme von Klagenfurt und Salzburg sei man international arg ins Hintertreffen geraten."Wir stehen bei weitem nicht dort, wo wir uns es angesichts der Heim-EM 2008 gewünscht hätten. Am Thema eines Nationalstadions kommen wir auf keinen Fall herum", sagte Windtner.

Der ÖFB-Boss verwies u.a. auf Ungarn, wo bis 2017 in Budapest eine moderne 65.000-Zuschauer-Arena entstehen wird. Ob dies die Renovierung des in die Jahre gekommenen Happel-Stadions oder das Errichten einer ganz neuen Arena mit sich bringe, auf das wollte sich Windtner nicht festlegen. "Das ist Teil eines großen Projekts, da laufen zahlreiche Gespräche."