Erstellt am 20. Februar 2015, 13:08

28 Festnahmen nach schweren Krawallen in Rom. Die italienische Polizei hat nach den schweren Krawallen vor dem Fußball-Europa-League-Spiel zwischen AS Roma und Feyenoord Rotterdam (1:1) am Donnerstag insgesamt 28 niederländische Hooligans festgenommen.

19 von ihnen wurden im Schnellverfahren zu Haftstrafen und Geldstrafen von bis zu 45.000 Euro verurteilt. Dies teilten die Behörden in Rom am Freitag mit. Bei den Ausschreitungen in der Stadt war auch ein historischer Brunnen an der Spanischen Treppe beschädigt worden. Insgesamt fünf Fußball-Anhänger und 13 Beamte wurden im Zuge der Auseinandersetzungen verletzt. Italiens Premierminister Matteo Renzi forderte eine öffentliche Entschuldigung von Feyenoord.

Der niederländische Club muss keine Strafe von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) befürchten. "Wir verurteilen alle gewalttätigen Vorfälle, die in der Stadt stattgefunden haben. Aber es liegt nicht innerhalb der Zuständigkeit der UEFA, Maßnahmen dagegen zu unternehmen, weil die Dinge nicht während des Spiels im Stadion passiert sind", erklärte ein UEFA-Sprecher am Freitag niederländischen Medien zufolge. "Weil es außerhalb des Stadions passiert ist, kann allein die italienische Polizei Maßnahmen ergreifen. Nicht die UEFA."

"Fußball muss ein Fest sein,
bei dem Gewalt keine Rolle spielt"

Nach den schweren Krawallen hat der niederländische Botschafter in Rom dem Bürgermeister der Stadt seine Mithilfe bei der strafrechtlichen Verfolgung der Täter zugesichert. Das meldete das niederländische Fernsehen am Freitag. Auch auf ihrer Facebook-Seite sagte die Botschaft Rom alle Unterstützung zu.

"Fußball muss ein Fest sein, bei dem Gewalt keine Rolle spielt", heißt es in der Erklärung. In Den Haag forderten Politiker mehrerer Parteien scharfe Konsequenzen für gewalttätige Fußballfans. 

Feyenoord-Clubdirektor Eric Gudde verurteilte das Verhalten der Hooligans scharf. Das sei "total verwerflich", sagte er dem niederländischen Fernsehsender NOS. "Wenn man eine Stadt besucht, dann muss man die so verlassen, wie man sie vorgefunden hat." Er betonte jedoch, dass sich die registrierten Fans im Stadion anständig verhalten hätten. "Wir sind für die Fans im Gäste-Bereich des Stadions verantwortlich", sagte Gudde dem TV-Sender.

Der Club habe aber Gerüchte gehört, dass etwa 600 Feyenoord-Fans ohne offizielle Tickets nach Rom gereist und im Stadion gewesen seien. Gudde rechnet nicht mit einer schweren Strafe für den Club durch die UEFA. "Die UEFA urteilt über das, was im Stadion geschieht, und das konnte man sehen, das war makellos. Ich denke aber, dass der AS Roma für alle Knaller und das Feuerwerk eine kräftige Buße bekommt."