Erstellt am 17. April 2014, 07:45

Außenminister suchen Lösung. Die Suche nach einer politischen Lösung für den Ukraine-Konflikt steht am Donnerstag im Mittelpunkt eines Krisengipfels in Genf.

Daran nehmen die Außenminister der USA, Russlands und der Ukraine sowie die Außenbeauftragte der Europäischen Union teil. Angesichts erheblicher Differenzen rechnen Diplomaten allerdings nicht mit einem Durchbruch zu einer umfassenden Friedenslösung.

Wenn sich die Minister auf eine gemeinsame Basis für weitere Verhandlungen verständigen könnten, wäre dies bereits ein wichtiger Erfolg, hieß es in Delegationskreisen. Die Gespräche finden hinter verschlossenen Türen im Genfer Hotel Intercontinental statt, das seit langem Schauplatz internationaler Krisentreffen ist. Teilnehmer sind neben den Chefdiplomaten Russlands und der USA, Sergej Lawrow und John Kerry, die EU-Außenbeauftragte Ashton sowie der ukrainische Außenminister Deschtschiza.

Die USA steuern vor dem Treffen auf eine Verschärfung ihrer Sanktionen gegen Russland zu. "Wir bereiten aktiv neue Sanktionen vor", sagte der Sprecher von Präsident Obama, Jay Carney, am Mittwoch. Das US-Außenministerium rief Moskau erneut zur Zurückhaltung im Osten der Ukraine auf.

Unterdessen blieb die Lage in der Ostukraine gespannt. Bei Kämpfen rund um einen Militärstützpunkt in der Großstadt Mariupol wurden drei pro-russische Separatisten getötet. Dies teilte der ukrainische Innenminister Awakow Donnerstagfrüh auf Facebook mit. 13 Angreifer seien zudem verwundet worden, 63 konnten festgenommen worden, erklärte Awakow weiter.

Laut früherer Medienberichte hatten rund 500 zum Teil maskierte prorussische Aktivisten Mittwochabend die Kaserne umstellt und die Soldaten aufgefordert, alle Waffen auszuhändigen. Ein Einsatzfahrzeug soll in Flammen aufgegangen sein. Schüsse hätten auch zwei nahe Wohnungen getroffen. Die Anrainer seien aus Angst vor austretendem Gas geflüchtet.

Die Hafenstadt Mariupol mit mehr als 450.000 Einwohnern liegt nahe der russischen Grenze. In mehreren Orten der Ostukraine halten moskautreue Separatisten seit Tagen Verwaltungsgebäude besetzt. Sie fordern einen föderalen Staat mit weitgehenden Autonomierechten für das russisch geprägte Gebiet. Zahlreiche ukrainische Soldaten waren am Mittwoch zu den Separatisten übergelaufen.