Erstellt am 09. November 2014, 16:47

von APA/Red

Austria 3:2-Sieger im Wiener Derby. Die Wiener Austria kann doch noch ein Fußball-Derby gewinnen. Nach zuletzt sechs vergeblichen Anläufen setzten sich die Favoritner am Sonntag im 311. Wiener Prestige-Duell mit Rapid im Happel-Stadion 3:2 durch.

Omer Damari (23., 40.) gelang ein Doppelpack, für den dritten Treffer sorgte Daniel Royer (78.). Rapid schaffte durch Deni Alar (83.) und Robert Beric (92.) fast noch die Wende. 

Rapid hat nach der zweiten Niederlage in Folge als Dritter nach 15 Spielen nach wie vor sechs Zähler Rückstand auf den zweiten Champions-League-Qualifikations-Platz, den weiter der WAC einnimmt. Die Austria kehrte nach dem Heim-0:3 gegen Sturm Graz auf die Siegerstraße zurück, schaffte den Sprung auf Rang sechs und rückte bis auf drei Punkte an den Erzrivalen heran. Für die Violetten bleibt damit auch das Happel-Stadion ein guter Boden, sind sie doch dort seit 6. Mai 2001 sieben Spiele gegen Rapid unbesiegt.

Der zuletzt stark in die Kritik geratene Austria-Trainer Gerald Baumgartner hatte ein rassiges Derby angekündigt. Und die beiden Mannschaften setzten die Ankündigung vor allem nach der Pause in die Tat um.

Nach Seitenwechsel flotte Partie

Die Austria war von Beginn an bemühter und wirkte zwingender im Spiel nach vorne. James Holland sorgte schon nach sieben Minuten mit einem Schuss erstmals für Gefahr. Rapid-Goalie Jan Novota musste da noch nicht eingreifen, bei seiner ersten Abwehraktion sah er dann aber gleich ganz schlecht aus. Stefan Stangl attackierte Damari zu zaghaft und dessen Schuss aus sehr spitzem Winkel ging durch die Hände des Slowaken ins lange Eck (23.).

Die Rapidler fanden in der Folge durchaus Ausgleichschancen vor, es fehlte ihnen allerdings ein Vollstrecker wie Damari. Thomas Schrammel schoss vorbei (30.), Beric drüber (32.) und Dominik Wydras Abschluss aus sehr guter Position fiel viel zu schwach aus (34.). Ganz anders die Austrianer, die die alles andere als sattelfeste Abwehr der Rapidler, in der Stangl den gesperrten Mario Sonnleitner im Zentrum ersetzte, neuerlich überwanden. Nach einer Larsen-Hereingabe war Dibon nicht nah genug bei Damari, der sich drehen und einschießen konnte (40.). Es war bereits Saisontreffer Nummer sieben für den Israeli.

In der Folge sorgten die Fans auf den Rängen für unschöne Szenen. Beide Fan-Gruppen feuerten Böller ab, aus dem Austria-Sektor flogen zudem einige Leuchtraketen in Richtung des "neutralen" Sektors E, in dem hauptsächlich Rapid-Fans saßen. Die Polizei marschierte auf, mit dem Pausenpfiff beruhigte sich die Lage aber wieder.

Nach dem Seitenwechsel erlebten die 28.200 Zuschauer im Happel-Oval weiterhin eine flotte Partie, in der es der Barisic-Elf neuerlich an der Effizienz mangelte. Thanos Petsos schob den Ball nach Kainz-Vorarbeit aus bester Position am Tor vorbei (52.), der zur Pause für Wydra eingewechselte Deni Alar haute bei einem quergespielten Freistoß im Strafraum über den Ball (64.).

Rapid drehte in Schlussphase richtig auf

Zu dem Zeitpunkt hätte es aber schon 0:3 stehen können. Alexander Grünwald schoss einen indirekten Freistoß im Strafraum an die Innenstange, nachdem sich Novota ein Blackout geleistet, den Ball nach einem Rückpass aufgenommen hatte (54.). Der dritte Treffer fiel aber wenig später doch noch und da hatte Baumgartner ein "Goldenes Händchen". Nur eine Minute nach seiner Einwechslung sorgte der zuletzt krank gewesene Daniel Royer mit einem Außenrist-Schuss genau in den Winkel für die vermeintliche endgültige Entscheidung (78.).

Die Schlussphase hatte es aber noch einmal in sich. Rapid drehte noch einmal richtig auf. Nach einem weiten Pass schlief die Austria-Abwehr und Alar überhob Lindner zum 1:3 (83.). Petsos schoss drei Minuten später drüber (86.). In der Nachspielzeit konnte Rapid noch verkürzen. Lindner konnte einen Ball nicht festhalten, Beric spitzelte diesen durch die Beine des Austria-Tormanns und vollendete zum 2:3 (92.). Mehr war aber nicht mehr drinnen, da Dominik Starkl in der letzten Aktion ins Außennetz schoss (95.). Die erste Derby-Niederlage für Rapid-Trainer Zoran Barisic seit seiner Bestellung im April 2013 war damit perfekt - genauso wie der erst vierte Liga-Saisonsieg der Austrianer.