Erstellt am 04. August 2014, 18:17

von APA/Red

Austria-Spitze verwundert über Bjelica-Aussagen. Zum missglückten Saisonstart mit nur zwei Punkten aus drei Bundesliga-Runden gesellen sich bei der Wiener Austria nun auch von außen hereingetragene Misstöne.

Ein Interview von Ex-Coach Nenad Bjelica, worin dieser von zu viel "Macht" zweier Profis im Verein sprach, wurde von den Verantwortlichen laut AG-Vorstand Markus Kraetschmer "mit Verwunderung" zur Kenntnis genommen.

Bjelica sieht Spieler als Strippenzieher im Verein

Bjelica hatte gegenüber "Sky Sport News HD" erklärt, den Grund für die Misere der Wiener zu kennen. "Solange einige Spieler mehr Macht haben als ein Trainer, wird für Austria nichts besser werden", meinte der nun in Italien für Zweitligist Spezia Calcio arbeitende Kroate. Er sieht dabei zwei Profis als Strippenzieher im Verein.

Wenn ein Trainer bei den Violetten von der sportlichen Leitung demnach keine Unterstützung bekäme, werde es laut Bjelica "ganz schwer für jeden Trainer, egal wie der heißt. Der kann auch Mourinho heißen". Die Aussagen zielten auch gegen Sport-Vorstand Thomas Parits, von dem sich Bjelica bei Disputen mit der Mannschaft mehr Rückendeckung erwartet hätte.

Kraetschmer zeigte sich am Montag über die getätigten Aussagen des kurz nach Start der vergangenen Frühjahrssaison beurlaubten Bjelica irritiert. "Festzuhalten ist, dass der Begriff 'Macht' im Zusammenhang mit Spielern absolut falsch und deplatziert ist", meinte der Manager in einer Stellungnahme auf der Austria-Homepage.

Kapitän Ortlechner: "Wir haben uns dem Ganzen gestellt"

Es entspreche der gängigen Praxis beim Club, tagtägliche Gespräche mit allen Bereichen und eben auch Spielern zu führen. "Niemals war und wird es aber so sein, dass sich ein Spieler seine Trainer oder Mitspieler 'aussuchen' kann", stellte Kraetschmer fest.

Zumindest mediale Aufregung herrschte nach dem 0:0 gegen Altach auch um einen Besuch von Austria-Fans vor dem sonntäglichen Training. Rund 30 teilweise vermummten Anhänger stellten die Mannschaft zur Rede.

Kapitän Manuel Ortlechner sah dies nicht so dramatisch. "Wir haben uns dem Ganzen gestellt und dann ist eine bunte Diskussion daraus entstanden. Dann haben wir uns die Hand gegeben und sind wieder auseinander gegangen", meinte der Verteidiger gegenüber "Sky".