Erstellt am 22. Oktober 2016, 11:40

Rapid hofft im Derby auf Befreiungsschlag. Premiere beim 319. Wiener Fußball-Derby: Erstmals treffen Rapid und Austria am Sonntag im neuen Allianz-Stadion aufeinander.

Erstes Wiener Derby im neuen Rapid-Stadion  |  APA

Die Gastgeber stehen nach fünf Pflichtspielen ohne Erfolg stärker unter Druck. In der Tabelle haben aber beide Teams Aufholbedarf, Rapid ist nach elf Runden zwei Zähler hinter der Austria nur Fünfter.

Selbstvertrauen sollten allerdings beide Clubs haben, konnte doch bei der Generalprobe in der Europa League gegen italienische Clubs (teil-)reüssiert werden. Die Austria machte am Donnerstag bei der AS Roma aus einem 1:3 ein 3:3, Rapid spielte gegen Sassuolo 1:1 und hatte ein klares Chancenplus.

"Gegen Sassuolo hat man gesehen, dass die Mannschaft von der ersten Minute an brennt. Sie hat alles reingeworfen. Es war auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung", sagte Rapids Sport-Geschäftsführer Andreas Müller. Die sportliche Weiterentwicklung sei aber in Zukunft zu wenig. "Letztlich müssen wir vor allem Ergebnisse erzielen", sprach der Deutsche Klartext.

"Die Austria will auch Fußball spielen, gegen solche Mannschaften tun wir uns leichter."

Louis Schaub

Das Derby sei daher zusätzlich brisant. "Wir brauchen unbedingt einen Dreier", betonte Müller. Die Vorzeichen dafür stehen ganz gut. Rapid konnte drei Derbys in Folge und fünf der jüngsten sechs Auflagen gewinnen. Diese Saison gab es im Ernst-Happel-Stadion beim einzigen Saisonauswärtssieg einen 4:1-Erfolg. Vier Siege in Folge im Prestigeduell gelangen den Hütteldorfern zuletzt vor fast 50 Jahren, von 1965 bis 1967 waren es in der Folge sogar fünf.

"Die Austria will auch Fußball spielen, gegen solche Mannschaften tun wir uns leichter. Das ist sicher auch ein Vorteil für uns", blickte Louis Schaub positiv voraus. Das 4:1 hat der 21-Jährige gut in Erinnerung: "Da haben wir gezeigt, dass wir richtig gut Fußball spielen können. Sie kommen zwar nach dem Unentschieden in Rom mit einer breiten Brust, werden aber großen Respekt vor uns haben", vermutete der zehnfache Pflichtspiel-Saisontorschütze.

Respekt haben aber auch die Rapidler. Coach Mike Büskens warnte vor der Austria-Offensive. "Die Austria definiert sich auch über schnelle Außen, hat mit Kayode eine schnelle Spitze oder mit Friesenbichler einen, der es gut versteht seinen Körper einzusetzen", weiß der 48-Jährige. Zudem habe der Gegner "hervorragende Standardschützen" und "robuste Zweikämpfer in der Innenverteidigung" und zuletzt auch das nötige "Spielglück" gehabt.

Büskens' Gegenüber Thorsten Fink hat die jüngsten Derby-Niederlagen nicht vergessen. Von seinen bisherigen fünf Stadtduellen als Austrias Trainer hat der Deutsche vier verloren. Angesichts der aktuellen Tabellensituation meint Fink: "Sie wollen uns überholen, müssen dafür gewinnen. Wir wollen das aber auch. Wir gehen jedenfalls mit einer positiven Stimmung ins Derby, wissen aber, dass es schwer wird."

Bangen muss Fink um den Einsatz von Raphael Holzhauser, der mit einer Knöchelblessur aus Rom zurückkehrte. Der beim Europa-League-Auswärtsspiel schwer verletzte Kapitän Robert Almer wird im Tor nun vom zwölf Jahre jüngeren Osman Hadzikic ersetzt. Die Austria wird wohl auch am Sonntag mit einem Durchschnittsalter von weniger als 23 Jahren einlaufen.