Erstellt am 14. Oktober 2014, 13:40

Autounfälle häufigste Todesursache bei Junglenkern. Mehr als 8.000 Menschen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren verunglücken pro Jahr bei Verkehrsunfällen in Österreich, für 50 der Betroffenen enden diese tödlich.

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Neben überhöhter Geschwindigkeit und Alkohol stellt die Ablenkung am Steuer ein immer höheres Risiko für junge Autofahrer dar. Dies geht aus einer Befragung der Allianz-Versicherung hervor, die am Dienstag in Wien präsentiert wurde.

49 Prozent der Fahranfänger gaben zu, häufig durch Telefonate, SMS, Essen und Trinken am Steuer abgelenkt zu sein. Zwischen der Selbsteinschätzung der jungen Autofahrer im Umgang mit ihrem Alkoholkonsum und den tatsächlichen Unfallzahlen gibt es der Untersuchung zufolge Diskrepanzen. Während 85 Prozent erklärten, das Auto alkoholisiert nicht zu verwenden, verunfallten im Jahr 2013 269 Fahranfänger zwischen 20 und 24 Jahren unter Alkoholeinfluss. Ein zusätzlicher Risikofaktor seien Nachtfahrten, die oft alkoholisiert stattfinden würden.

Deutlich mehr Großschäden

Vor allem die Zahl der Pkw-Unfälle mit Großschaden sei bei den jungen Autofahrern deutlich höher als bei den restlichen Fahrern. "Ein knappes Drittel der Großschäden ist von jungen Fahrern verursacht", erklärte der Verkehrssicherheitsforscher des Allianz Zentrums für Technik, Jörg Kubitzki.

Das Auto ist das beliebteste Verkehrsmittel bei jungen Erwachsenen, 47 Prozent der Befragten verfügten über einen eigenen Wagen. "Am Land ist der Jugendliche vor allem bei Nachtfahrten auf den Pkw angewiesen, um die sozialen Beziehungen pflegen zu können", erklärte der Geschäftsführer des Kundenservice, Kurt Benesch. Zudem habe das Auto nach wie vor einen sehr hohen emotionalen Wert, 91 Prozent der Befragten verbinden damit ein Freiheitsgefühl.

Als Präventivmaßnahmen gegen die hohe Unfallquote der jungen Autofahrer werden von der Allianz in Italien und der Schweiz derzeit Versicherungsmodelle in Kombination mit neuer Autotechnik getestet. Diese sollen durch einen sogenannten event data recorder das Fahrverhalten aufzeichnen und die Prämie je nach risikoreichem Fahrverhalten berechnen. Dies befinde sich allerdings noch in der Forschung und sei für Österreich nicht angedacht.