Erstellt am 05. November 2014, 16:17

von APA Red

Bahnstreik: Schlichtung abgelehnt. Die Lokführergewerkschaft GDL hat den Vorschlag der Deutschen Bahn abgelehnt, kurzfristig in ein Schlichtungsverfahren einzusteigen. Das sagte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky am Mittwoch in Berlin.

Der angekündigte Streik werde wie geplant verwirklicht. Es gehe um das Grundrecht auf Koalitionsfreiheit, das die Bahn verletzen wolle. Darüber könne man nicht verhandeln.

Mit einer Schlichtung wollte die Deutsche Bahn den Lokführerstreik in letzter Minute abwenden. In dem festgefahrenen Tarifkonflikt sollten beide Seiten jeweils einen unparteiischen Schlichter benennen, die dann einen gemeinsamen Vorschlag vorlegen sollen, sagte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber am Mittwoch in Berlin.

Hälfte der Güterzüge wird trotz Streik fahren

Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg sagte, der Streik koste die Bahn 50 bis 60 Mio. Euro. Er sollte im Personenverkehr Donnerstagfrüh beginnen, im Güterverkehr begann er bereits am Mittwochnachmittag.

Geplantes Streikende ist Montagfrüh. Homburg sagte, die Hälfte der Güterzüge werde dennoch fahren, im Fernverkehr sei es etwa ein Drittel der Züge, im Regionalverkehr im Osten Deutschlands 20 Prozent, in Westdeutschland 40 bis 60 Prozent.

Der erneute Bahnstreik kostet auch die Lokführer viel Geld - ganz leer gehen sie aber nicht aus. Die Gewerkschaft GDL zahlt jedem streikenden Mitglied pro Stunde 10 Euro Streikgeld, der Tageshöchstsatz liegt bei 50 Euro. "So ist es in unserer Arbeitskampfordnung geregelt", sagte der GDL-Vorsitzende im Bezirk Nord, Hartmut Petersen, am Mittwoch.