Erstellt am 10. September 2016, 11:48

Mindestens 20 Tote bei Fabriksexplosion. Bei einer Explosion und einem Feuer in einer Fabrik in Bangladesch sind mindestens 20 Menschen getötet worden.

 |  APA/dpa

Nach Angaben der Feuerwehr wurden außerdem zahlreiche Menschen verletzt. Die Polizei rechnete damit, dass die Zahl der Todesopfer weiter steigen werde.

In der Fabrik im Industriegebiet Tongi rund 20 Kilometer nördlich der Hauptstadt Dhaka sei am Samstag in der Früh ein Kessel explodiert, erklärte der Sprecher der Einsatzbehörde, Mohammad Rafiquzzaman. Daraufhin habe sich ein Feuer ausgebreitet, Teile des Gebäudes seien eingestürzt. In der Fabrik gelagerte Chemikalien sorgten zusätzlich dafür, dass sich die Flammen schnell ausbreiteten.

Die ins Krankenhaus gebrachten Opfer litten teils unter Verbrennungen, sagte ein Arzt des Tongi General Hospitals. Von den 22 Fabrikarbeitern, die in ein Krankenhaus in Dhaka gebracht wurden, erlagen nach ärztlichen Angaben drei ihren Verletzungen.

In der Fabrik werden Verpackungen für Tabak und andere Konsumgüter hergestellt. Zu ihren Kunden sollen auch westliche Großkonzerne gehören. Fernsehbilder zeigten, wie die Feuerwehr auch Stunden nach der Explosion damit kämpfte, die Flammen unter Kontrolle zu bekommen und nach dem Teileinsturz des vierstöckigen Gebäudes ins Innere zu gelangen, um nach Opfern zu suchen. Schwarzer Rauch hüllte das Gelände ein.

Behörden hätten bereits eine Untersuchungskommission zu dem Vorfall eingesetzt, sagte ein Sprecher der örtlichen Regierung. Sie solle innerhalb der nächsten sieben Tage Bericht erstatten.

Tödliche Unfälle in Fabriken in Bangladesch sind keine Seltenheit: Oft werden Verpackungen, Kleidung oder andere Textilien unter schlechten Arbeitsbedingungen produziert. Zu welcher Katastrophe laxe Gebäudekontrollen und fehlender Arbeitsschutz führen können, zeigte der Einsturz des Rana-Plaza-Komplexes im April 2013. Das Gebäude, in dem fünf Textilfabriken produzierten, begrub mehrere Tausend Menschen unter sich. 1.135 Menschen starben. Später stellten Ermittler fest, dass das achtstöckige Komplex aus minderwertigem Material gebaut worden war und die Fabrikmanager die Arbeiter trotz bereits sichtbarer Risse gezwungen hatten, ins Gebäude zu gehen.