Erstellt am 22. Februar 2016, 13:21

von APA/Red

Banker nach Tod des Stiefbruders aus U-Haft entlassen. Jener Banker, der in der Nacht auf den 18. September 2015 seinen Stiefbruder in einer Wohnung in Wien-Währing erschossen hat, wird aus der Untersuchungshaft entlassen.

 |  NOEN, APA (Archiv)

 Die Staatsanwaltschaft Korneuburg hat am Montag die Enthaftung des Beschuldigten verfügt. Der Grund: Der Tatverdacht in Richtung Mord kann auf Grund der Ermittlungen nicht aufrechterhalten werden.

Die Enthaftung des Bankers wurde durch ein ergänzendes Gutachten des Schießsachverständigen Ingo Wieser bewirkt, das Verteidiger Philipp Winkler beantragt hatte. "Darin wird klar gestellt, dass es sehr wohl sein kann, dass mein Mandant bei der von ihm geschilderten Waffenhaltung Schmauchspuren an beiden Händen haben kann", meinte Winkler gegenüber der APA.

Ursprünglich hatte es Zweifel gegeben, ob der Ablauf des Geschehens, den der Banker bei einer Tatrekonstuktion in seiner Wohnung in Wien-Währing demonstriert hatte, sich mit den Feststellungen des Ballistikers in Einklang bringen ließ. Ein erstes Gutachten Wiesers hatte hinsichtlich des Tathergangs mehrere Interpretationsmöglichkeiten offen gelassen.

"Unfall-Version erwiesen"

Mit den nunmehrigen Ergebnissen ist für Winkler die Unfall-Version erwiesen, mit der sich der 44-Jährige von Anfang an verantwortet hatte. Der Banker behauptet, er habe seinem um zwei Jahre jüngeren Stiefbruder eine seiner beiden Waffen gezeigt, aus der sich dann unabsichtlich ein Schuss löste. Das Projektil drang dem 42-Jährigen in den Kopf. Der Schütze hatte mehr als zwei Promille Alkohol im Blut.

"Die von der Staatsanwaltschaft ergänzend eingeholten schusstechnischen und chemischen Sachverständigengutachten konnten die Unfallvariante des Beschuldigten nicht widerlegen, weshalb im jetzigen Ermittlungsstadium kein dringender Tatverdacht in Richtung Mord mehr aufrechterhalten werden kann", informierte die Staatsanwaltschaft. Die Gutachten waren auf Antrag des Verteidigers erweitert worden.

Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Friedrich Köhl, mit. Obwohl der Vorfall in Wien passiert ist, ermittelt die Staatsanwaltschaft Korneuburg. Damit wollen die Strafverfolgungsbehörden jeglichen Anschein einer möglichen Befangenheit vermeiden, weil die Ex-Frau des Beschuldigten bei der Staatsanwaltschaft Wien arbeitet.