Erstellt am 13. Juli 2016, 13:55

Konsumentenschützer nehmen Banken in die Pflicht. In der Diskussion um Bankomatgebühren des Anbieters Euronet haben Konsumentenschützer und die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) heute die Banken in die Pflicht genommen. Denn die Banken würden die Gebühren einheben, obwohl - außer bei Bawag/P.S.K. - nichts von diesen Gebühren in ihren Verträgen stehe.

Zwei Euro pro Behebung. Bankomatgebühren sollen kommen. Foto: www.bilderbox.com  |  www.bilderbox.com

Verbraucheranwälte gehen daher davon aus, dass die Abbuchung von knapp zwei Euro je Euronet-Transaktion von der Hausbank zurückgebucht werden muss, berichtete heute das "Ö1-Mittagsjournal". Die BWB wiederum prüft - wie bereits angekündigt - eine Wettbewerbsverzerrung, da die Gebühr ein verdecktes Sponsoring durch die Banken sein könnte, so BWB-Chef Theodor Thanner.

Kritik an Euronet erneut vom Seniorenbund

Von den rund 80 Euronet-Bankomaten stehen einige auch auf Bahnhöfen - wie viele, konnten die ÖBB ad hoc nicht sagen. Prinzipiell erfolge die Vergabe von Bankomaten-Standorten auf Bahnhöfen ident mit der Vergabepraxis für Verkaufsflächen von Händlern sowie Gastronomiebetrieben - sie wird ausgeschrieben. Die ÖBB seien aber daran interessiert, den Kunden bestmögliche Kundenservice anzubieten, betonte Sprecher Michael Braun auf APA-Anfrage.

Kritik an der US-Firma Euronet kam heute einmal mehr vom Seniorenbund. "Für Konsumenten muss bei Bargeldbehebung von Weitem klar erkennbar sein, ob es sich um einen Bankomat mit Gebühr oder kostenloser Geldbehebung handelt", fordert der Interessensverband.

Begrüßt wurde der Vorschlag von Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP), statt des derzeit blau-grünen Logos künftig gebührenpflichtige Automaten andersfärbig zu kennzeichnen.