Erstellt am 24. Juni 2016, 05:35

Toronto Raptors wählten Jakob Pöltl beim NBA-Draft aus. Jakob Pöltl ist seit der Nacht auf Freitag (MESZ) der erste Österreicher in der NBA. Die Toronto Raptors wählten den 20-jährigen Wiener beim Draft im Barclays Center im New Yorker Stadtteil Brooklyn an neunter Stelle aus.

 |  APA

Pöltl wird in seinen ersten zwei Saisonen in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga jeweils etwa 2,3 Millionen Dollar (etwa zwei Mio. Euro) verdienen.

Pöltl betrat unter dem deutlich hörbaren Jubel österreichischer Fans auf den Tribünen die Bühne im Barclays Center. Die obligate Kappe seines neuen Teams hatte er da bereits aufgesetzt bekommen. NBA-Chef Silver gratulierte mit einem kräftigen Händedruck herzlich. Mit dem Wiener ist Österreich seit der Nacht auf Freitag auf der NBA-Landkarte vertreten. Pöltl sorgt damit für heimische Basketball-Geschichte.

Pöltl wird bei den Raptors nicht nur auf seinen ehemaligen Utah-Teamkollegen Delon Wright treffen. Er wird bei den Kanadiern u.a. mit den NBA-All Stars DeMar DeRozan und Kyle Lowry, Olympiasieger Luis Scola sowie dem Litauer Jonas Valanciunas im gleichen Dress spielen. Der 20-jährige ÖBV-Internationale wurde übrigens an gleicher Stelle gezogen wie einst Dirk Nowitzki. "The German Wunderkind" war Nummer neun im Jahr 1998.

"Ich bin nur da gesessen und habe auf die Uhr geschaut", schilderte Jakob Pöltl die Minuten bis zur Entscheidung der Toronto Raptors. Es sei ein "Mix aus Freude, Anspannung," aber auch "ein komisches Gefühl", wenn man sitzen und warten müsse, ehe "der Traum des Lebens mehr oder weniger in Erfüllung geht". Jetzt sei er "superglücklich", sagte der 20-Jährige im Interview nach dem Draft.

Der erste Gedanke sei "endlich ist es so weit, jetzt fängt das neue Leben an". Dass er heimische Sportgeschichte geschrieben habe, sei ihm klar, betonte Pöltl. Er wiederholte, "superglücklich" darüber zu sein, "dass ich der erste Österreicher in der NBA bin". Er hoffe, dass noch mehr nachkommen.

Zum neuen Team geht es für den Wiener bereits am Freitag. Pöltl sieht bei den Kanadiern eine "perfekte Situation" für sich. Die Raptors seien "eine der besten Mannschaften in der NBA". Es gebe viele talentierte und erfahrene Spieler, von denen er "einiges lernen" könne. Dazu hätten die Coaches in der vergangenen Saison "ein unglaubliches Team" zusammengestellt. Toronto war erst im Finale der Eastern Conference am späteren NBA-Champion Cleveland Cavaliers gescheitert.

Als "unglaublich cool" bezeichnete Pöltl die Begeisterung, die in Österreich um ihn herrsche. Er verwies dabei etwa auf die "Anzahl der SMS", die er schon vor dem Draft erhalten habe. "Danach" habe er noch gar nicht nachgeschaut, was ob der zahlreichen Interview-Wünsche nicht verwunderlich war. Er finde keine Worte, was er zu dem "Hype" sagen soll, der in der Heimat herrsche.

Nach zahlreichen Gratulationen (u.a. auch vom NBA-"Rookie der Saison" 2015/16, Karl-Anthony Towns) ging es für Jakob noch zu einer eigens organisierten Feier im "Big Apple". Dort könnten schon die Würfel fallen, ob der erste Österreicher in der stärksten Basketball-Liga der Welt wie zuletzt am College mit Nummer 42 spielen wird. Das werde er mit seinen Freunden besprechen, die mitentscheiden dürften, betonte Pöltl.